Das bei Besuchern sehr beliebte Naturkundemuseum Erfurt muss offenbar weiter auf einen sehnlichst erwarteten Umbau und seine Erweiterung warten. Im Erfurter Stadthaushalt, der aktuell in allabendlichen Ausschuss-Sitzungen des Stadtrats beraten wird, sind dafür jedenfalls keine Investitions-Summen vorgesehen, beklagt SPD-Stadtrat Denny Möller. Erfurts Kultur-Beigeordneter Lars Bredemeier (CDU) widerspricht: Das alles habe so seine Richtigkeit.

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Lediglich ein Betrag ist im Haushaltsentwurf enthalten: für den vorgesehenen Architektenwettbewerb zum Flächenbedarf und der Ausgestaltung eines neuen Ausstellungskonzepts. Für Möller heißt das ganz klar: Hier wird ein schon Jahrzehnte altes Problem weiter verstolpert. Denn schließlich existieren Pläne, das Naturkundemuseum um das Nachbargebäude an Ort und Stelle zu erweitern, schon seit 30 Jahren.

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Sogar ein Neubau des Naturkundemuseums scheint denkbar

Schon vor Monaten hatte es Möller in einer Sitzung des Kulturausschusses aufhorchen lassen, dass für die Zukunft des Naturkundemuseums eine „standortunabhängige“ Überprüfung geplant sei. Auf Wunsch des zuständigen Beigeordneten Lars Bredemeier sei damit sogar ein Neubau an anderer Stelle wieder in den Bereich des Möglichen gerückt worden. Hintergrund: Der Platz in der Großen Arche bleibe durch die Gebäudestruktur beengt, die Aufwendungen für Umbauten seien hoch und gänzliche Barrierefreiheit sei hier nicht zu erreichen.

Naturkundemuseum Erfurt
Eingang des Naturkundemuseums Erfurt in der Großen Arche. © Archiv | Peter Michaelis

„Wir verzetteln uns damit“, ist Möller überzeugt. Zumal der Fachausschuss andere Festlegungen getroffen hatte. Die Identität des Naturkundemuseums sei an den aktuellen Standort geknüpft, das Nachbargebäude bereits von der Stadt erworben und baulich gesichert worden – und nun werde die Zeit wieder auf Anfang gedreht, als sei in der Zwischenzeit gar nichts geschehen, moniert Möller.

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Entwicklung ist im Dauerwartezustand

Während der Anhörung des Kulturausschusses zum vorgestellten Haushaltsentwurf der Stadtverwaltung sei noch einmal deutlich geworden, wie es um die zukünftige Entwicklung des Naturkundemuseums in der Großen Arche 13 steht: „Es wird in den nächsten zwei Jahren keine geben“, so der SPD-Stadtrat Möller. „Im Mai haben wir im Kulturausschuss gemeinsam mit dem Naturkundemuseum einen Fahrplan vereinbart, wie wir das Museum weiterentwickeln. Die Spielregeln waren für alle klar. Der Kulturdezernent hat in den letzten Monaten mit seinem Handeln nicht nur nicht nach diesen Spielregeln gespielt, er hat einfach ein ganz neues Spiel begonnen und damit die Erweiterung des Naturkundemuseums um Jahre verzögert.“

Der ursprüngliche Gedanke, das Museum am jetzigen Standort weiterzuentwickeln und zu erweitern, sei nur eine mögliche Option, sagt der zuständige Beigeordnete Lars Bredemeier. „Ehe wir bauen können, brauchen wir Planungsgrundlagen“, sagt er gegenüber dieser Redaktion. Nur folgerichtig sei für Baumaßnahmen in den nächsten zwei Jahren kein Geld im Haushalt eingestellt, weil es gar nicht ausgegeben werden könne. Zunächst müsste ermittelt werden, welcher Bedarf auch für die künftige und vor allem langfristige Entwicklung des Naturkundemuseums besteht. Vielleicht stelle sich dabei sogar heraus, dass das am Ist-Standort gar nicht oder mit Einschränkungen nur schlecht zu erreichen sei.