Die Befürchtungen der Baufachleute schienen sich zu bestätigen. Nachdem Bauaufsicht und Denkmalschutz das Eckhaus Domstraße 35 in den vergangenen Tagen unter die Lupe genommen hatten, wurde am Dienstagnachmittag Alarm geschlagen: Das Haus ist akut einsturzgefährdet. Die Domstraße muss umgehend gesperrt werden für Straßenbahn, Autoverkehr, Fußgänger. Um 15 Uhr wurde der Bereich abgeriegelt.
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Sperrung soll bis zum Abriss beibehalten werden
Für mindestens zwei Wochen soll die Sperrung gelten, hieß es in einer Mitteilung aus dem Rathaus. In dieser Zeit erfolge „der stufenweise Abbruch des Gebäudes“. Am Abend folgt eine Präzisierung: Ein vollständiger Abriss soll vermieden werden. Was das genau bedeutet, bleibt unklar. Soll die Fassade erhalten bleiben? Wie soll der Einsturzgefahr begegnet werden?

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Fest steht: Die Sperrung der Domstraße führt dazu, dass die Straßenbahn-Linie 2 zwischen Domplatz und Theater nicht verkehren kann. Erst am vergangenen Freitag war der Verkehr dort wieder aufgenommen worden. Wie bereits in den Tagen nach dem Brand wird die Linie 2 über den Brühler Garten umgeleitet. Dazu fahren die Bahnen vom Wiesenhügel kommend zum Domplatz, wenden dort und fahren zurück über den Anger zur Messe. Dadurch kommt es zu Verschiebungen bei den Fahrtzeiten. Betroffen ist auch der Schülerverkehr auf den Linien 4 und 5.
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Um Autofahrern ein Umfahren des Bereichs zu erleichtern, soll der Poller in der Meister-Eckehart-Straße dauerhaft abgesenkt werden. Die Straße am Domplatz wird vorerst auch in Richtung Kettenstraße befahrbar sein, um Anwohnern die Zufahrt zu ihren Häusern zu ermöglichen, wie die Stadt mitteilt. Der Bereich unmittelbar vor dem Haus Nummer 35 wird auch für Fußgänger gesperrt.
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Brand griff auf beide Nachbargebäude über
Der Großbrand war in der Silvesternacht gegen 0.45 Uhr augenscheinlich an der Fassade des Eckhauses ausgebrochen. Im Laufe der Nacht griffen die Flammen auch auf die benachbarten Häuser in der Domstraße 34 sowie An den Graden 3 über, deren Dachstühle ausbrannten und teilweise einstürzten. Tonnen an Löschwasser setzte den Fachwerkgebäuden zusätzlich zu. Aktuell dauern die Ermittlungen zur Brandursache noch an. Nach ersten Erkenntnissen galt fehlgeleitete Pyrotechnik als wahrscheinlich. Es wird wegen fahrlässiger Brandstiftung ermittelt.
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Stadt will Baulücke rasch schließen
Das Eckhaus beherbergte das indische Restaurant „Bombay“, dessen Betreiber auch Eigentümer des Gebäudes ist. Er lebte mit seiner Familie auch in einer Wohnung über dem Restaurant. Wie die Stadt vergangene Woche bekundete, ist sie stark am Erhalt der historischen Häuserzeile interessiert. Stadt und Denkmalschutz, Eigentümer und die beteiligten Baufirmen stehen dazu im Austausch. Noch am Wochenende sei versucht worden, historische Bausubstanz aus dem Gebäude zu retten, wie Torsten Jaeger, Inhaber der mit den Arbeiten beauftragten Dachdeckerei sagte.
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Sanierung des Nachbarhauses dürfte Jahre dauern
Weniger in Mitleidenschaft gezogen ist offenbar das Nachbarhaus in der Domstraße 34. Die neun Wohnungen und zwei Büros in dem Haus sind gleichwohl nicht mehr benutzbar. Eine Sanierung dürfte nach Einschätzung des Immobilienverwalters Erik Alkenbrecher zwei bis drei Jahre in Anspruch nehmen. Spätestens am Freitag soll mit der Sicherung und vorläufigen Abdichtung des Daches begonnen werden, nachdem die Wohnungen und Büros geräumt wurden. Unter anderem beherbergt das Gebäude das Büro des Marktmeisters der Stadtverwaltung.
In einer ersten Version des Artikels war vom bevorstehenden Abriss des Gebäudes die Rede. Die Stadtverwaltung zog eine entsprechende Aussage später zurück.











