Sie alle hatten sich den Start ins neue Jahr anders vorgestellt. Nicht wenige Gäste nutzen den Neujahrstag gewöhnlich für einen Restaurantbesuch. Doch am 1. Januar blieben die Gasthäuser in der Domstraße geschlossen: „Athos der Grieche“, das „Hofbräu am Dom“ und der „Schnitzler“. Die Stadt verfügte die Schließung angesichts der anhaltenden Löscharbeiten an den vom Großbrand betroffenen Nachbarhäusern. Nach Feiern war am Domplatz ohnehin niemandem zumute.

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„Die Schließung hatte bestimmt auch Sicherheitsgründe. Unser Anbau liegt ja sehr nah am Brandort“, sagt Jens Hoffmann, einer der Inhaber des Hofbräu. Er verweist auf die L-förmig in den Innenhof gesetzte Erweiterung des Restaurants. Die Küche befindet sich hier, der Wintergarten, an den sich im Sommer eine Terrasse anschließt. „Wir haben das ganze Drama natürlich von hier aus sehen können“, sagt er.
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Bangen in der Silvesternacht und böse Erinnerungen
Doch auch, wenn er und seine Kollegen am 2. Januar den Betrieb wieder aufnehmen konnten: Normalität herrscht hier längst nicht mehr. „Die Gästezahlen liegen etwa 30 Prozent unter denen vom vergangenen Jahr“, hat Jens Hoffmann ausgerechnet. Das liegt vor allem daran, dass viele nicht wissen, dass die Häuser wieder geöffnet sind. „Wir bekommen jetzt noch ständig Nachfragen am Telefon oder im Internet. Die Antwort ist: Ja, wir haben geöffnet!“, sagt Hoffmann, der mit einer Senkung der Bierpreise zum Jahresbeginn eigentlich mehr Gäste in sein Restaurant locken wollte.
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Auch nebenan, im Schnitzler, kennt man die Nachfragen von verunsicherten Gästen, einen deutlichen Rückgang bei den Reservierungen kann Mitinhaber Florian Rudolph allerdings nicht bestätigen. Den Ausbruch des Brandes hat er nicht direkt miterlebt. „Wir hatten Silvester gegen 22 Uhr zugemacht, ich bin dann woanders feiern gewesen. In der Nacht meldeten sich dann Bekannte und erzählten, was gerade passierte. Da bin ich natürlich hergekommen“, erinnert sich Rudolph. Böse Erinnerungen weckt der Brand. Vor acht Jahren, 2018, brach im Schnitzler ein Feuer in der Küche aus. Über ein Jahr musste das Restaurant schließen.
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Im Athos sind sie auf besondere Weise betroffen
Weniger Gäste in den vergangenen Wochen verzeichnet auch das Athos. Unsicherheit bei den Gästen, ob überhaupt offen ist. Von den Ereignissen der Silvesternacht sind sie hier auf besondere Weise betroffen. Die Eltern des Inhabers verloren durch den Brand ihre Wohnung. In der Brandnacht war das Team des griechischen Restaurants auf den Beinen und versorgte Einsatzkräfte. Auch heute treffen sich ehemalige Bewohner der betroffenen Häuser hier, auf einen Tee, zum Austausch mit den einstigen Nachbarn.
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Jammern will in den drei Restaurants freilich niemand. Im Gegenteil: Die Anteilnahme mit den Kollegen des indischen Restaurants Bombay, des vierten Gasthauses in der Straße, ist groß. Man kennt sich, ahnt, was es bedeutet, plötzlich vor dem Nichts zu stehen. Noch ist vollkommen unklar, wie es mit dem Eckhaus, das das Bombay beherbergte, weitergeht.










