Ameise ist nicht gleich Ameise. Rund 85 Arten der fleißigen Krabbler kennen Forscher allein in Thüringen. In Erfurt werden 70 verschiedene Arten vermutet. Aber um das genauer zu wissen, sind jetzt die Erfurter gefragt. Das Naturkundemuseum ruft zur großen Ameisenjagd auf.

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Am allerbesten eignen sich tote Ameisen, vier bis fünf Exemplare, erläutert das Museum. Aber auch lebende Tiere können in einem fest verschlossenen Gefäß im Naturkundemuseum, Große Arche 14, versehen mit Fundort, Datum und dem Namen des Finders abgegeben werden. Dort im Museum gibt es auch Röhrchen für die Sammlung. Tote Tiere sollten in etwas hochprozentigem Alkohol konserviert werden. Lebende Ameisen freuen sich über ein wenig Watte oder Zellstoff im Behältnis.

Naturkundemuseum Erfurt
Ein Forschungsprojekt im Naturkundemuseum beschäftigt sich mit den fleißigen Krabblern.© Archiv | Peter Michaelis

Übersicht über die Stadtfauna soll entstehen

Im Naturkundemuseum werden die Tiere präpariert und ihre Art bestimmt. So wollen Forscher herausfinden, wie viele womöglich sogar seltene Ameisenarten es in Erfurt gibt. Ziel der Sammelaktion sei eine Übersicht über der Stadtfauna, aufgegliedert nach verschiedenen Ortsteilen. Die Beteiligung der Bürger hat sich dabei bewährt. Bereits 2018 startete das Naturkundemuseum einen Aufruf. Damals ging es um die Sammlung von toten Hummeln.

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Große Hoffnungen setzen die Forscher auf die Saline Nöda im Norden Erfurts, welche als seltenes Salzstellenbinnengebiet und Schutzgebiet eine natürliche Heimat für viele verschiedene Tier- und Pflanzenarten darstellt. Es besteht laut Museum die Möglichkeit, dass dort seltene Ameisenarten vorkommen, die vorher noch nicht registriert worden waren.

Invasive Arten richten teils Schäden an

Neben einheimischen Ameisenarten dürften auch invasive Arten aus südlicheren Regionen inzwischen in Erfurt Fuß gefasst haben, glaubt Matthias Hartmann, Direktor des Naturkundemuseums. Nicht selten nisten sich solche Tiere in Stromkästen oder Telefonanlagen ein, wo sie es gleichbleibend warm haben. Dort können sie allerdings auch Schäden anrichten. Berüchtigt sei etwa die Pharaoameise, die sich in Computergehäusen einrichtet und dort die Verkabelung beschädigt. Nicht selten werden solche Ameisenarten über den Blumenhandel oder auf Lkws aus Südeuropa nach Erfurt gebracht.

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Auch um herauszufinden, wie viele dieser „Problemarten“ sich mittlerweile in Erfurt befinden, sei es daher gut, wenn sich eine möglichst große Anzahl von Menschen an der Sammelaktion beteiligt.