Gegen eine mögliche Wiedereinsetzung der Wehrpflicht demonstrierten am Donnerstag, 5. März, einige Hundert Menschen, vornehmlich Schüler. Der Protest begann am Vormittag gegen 10 Uhr auf dem Willy-Brandt-Platz. Angemeldet waren nach Angaben der Polizei etwa 500 bis 1000 Demonstranten und Demonstrantinnen. Zum Start vor dem Hauptbahnhof dürften es noch deutlich weniger gewesen sein. Die Polizei zählte bis zum Ende der Veranstaltung rund 300 Teilnehmer.

Täglich

Der Newsletter für Erfurt

Alle wichtigen Informationen aus der Landeshauptstadt Erfurt, egal ob Politik, Wirtschaft, Sport, Kultur oder gesellschaftliches Leben.

Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.

Der etwa vierstündige Demonstrationszug begab sich von dort auf den Weg durch die Innenstadt. Die Route führte zunächst zum Gutenberg-Gymnasium, von dort zum Domplatz, begleitet von Zwischenkundgebungen, auf denen Redner die Position der Wehrpflicht-Gegner darlegten. Seit dem Beginn des Ukraine-Kriegs wird in Deutschland über die Wiedereinsetzung der Wehrpflicht diskutiert. Seit diesem Jahr müssen 18-Jährige eine Umfrage zum Wehrdienst beantworten und werden gegebenenfalls zur Musterung herangezogen. Der Wehrdienst bleibt zunächst aber freiwillig.

Linke Jugendorganisationen organisieren den Protest

Organisiert und unterstützt wurde die Demo von unterschiedlichen Parteien und Organisationen aus dem linken Spektrum. Zu den Initiatoren gehören der sozialistische Jugendverband „Die Falken“, die „Sozialistische Deutsche Arbeiterjugend“ und die Jugendorganisation des Deutschen Gewerkschaftsbundes. Unter die Demonstranten mischten sich Vertreter des BSW und der Marxistisch-Leninistischen Partei MLPD und verteilten Flyer und Broschüren.

Auch interessant

Die Schüler, die sich auf dem Willy-Brandt-Platz versammelt hatten, kamen überwiegend aus Erfurt. Einige waren aber auch aus anderen Teilen Thüringens angereist. Manche von ihnen berichten, dass ihre Lehrer sie zur Teilnahme an der Demo ermutigt hätten. Viele einte das Bedürfnis, bei politischen Entscheidungen mitreden zu wollen, die vornehmlich sie selbst betreffen. Unter den Demonstranten waren Schüler verschiedener Altersgruppen bis hin zu Fünftklässlern, aber auch Aktivisten älterer Jahrgänge.

Lesen Sie auch

Die Polizei sicherte den Demonstrationszug umfangreich mit Absperrungen und die Begleitung durch Einsatzkräfte, auch wenn im Vorfeld nicht mit Komplikationen gerechnet wurde. Wie die Polizei auf Nachfrage mitteilte, verlief die Demonstration ohne Zwischenfälle.