Sie ist eine Aneinanderreihung von Superlativen, 100 Kilogramm schwer, aufgeteilt in zwei Bände, mehr als 1000 Tierhäute wurden für ihre Herstellung verarbeitet und sie überstand einen Bombentreffer – mit schweren Schäden. Die Rede ist von der weltweit größten Pergamentbibel: der sogenannten Erfurter Riesen-Bibel.

Blick hinter die Kulissen der aufwendigen Arbeit

Schon seit Jahren wird die Schrift, die auch unter dem Namen „Erfurt 1“ bekannt ist, von Experten restauriert. Welche Herausforderungen diese Arbeit mit sich bringt und wie der aktuelle Stand ist, verrät die Fachreferentin Petra Figaec in einem Gastvortrag am Dienstag, 5. Mai, um 18.30 Uhr in der Alten Synagoge. Die Veranstaltung ist kostenlos und ermöglicht einen Blick hinter die Kulissen der aufwendigen Aufarbeitung.

Petra Figeac
Petra Figeac ist Fachreferentin für Ägyptologie, Christlichen Orient, Hebraistik und Judaistik in der Orientabteilung der Staatsbibliothek zu Berlin. Sie wird Einblicke in die Restaurierung der Riesen-Bibel geben.© Stadtverwaltung Erfurt | Hagen Immel

Die „Erfurt 1“ ist die größte bekannte Handschrift einer hebräischen Bibel und um die 700 Jahre alt. Sie ist neben 14 anderen bedeutenden Schriften ein Teil der Erfurter Handschriftensammlung und gehörte der ersten jüdischen Gemeinde der Stadt. Diese wurde 1349 ausgelöscht, wobei es 900 Tote gegeben haben soll. Während des Pogroms hatte sich die Stadt die jüdischen Besitztümer angeeignet, wozu auch die Riesen-Bibel zählte.

Zweiter Band wurde zuerst restauriert

Im Zweiten Weltkrieg wurde das Buch – das zwischenzeitlich nach Berlin verkauft worden war – durch Feuer und Löschwasser stark beschädigt. Die Seiten verklebten, die Bibel lässt sich seitdem nicht mehr öffnen. Erst Jahre später, zwischen 1997 und 2007, wurde die Handschrift dann im Rahmen eines internationalen Projektes restauriert.

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Mittlerweile konnte der schwer geschädigte zweite Band fertiggestellt werden. Aufgrund der Größe ist er nicht wieder als Buch zusammengefügt worden, sondern jetzt in Einzellagen für die Forschung zugänglich. Der erste Band ist noch in Arbeit. Da er nicht so stark in Mitleidenschaft gezogen wurde, wird er unter Erhalt des Buchblockes geglättet.

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Im Juli 2011 zog bereits der originale Einband als Dauerleihgabe von der Staatsbibliothek Berlin wieder nach Erfurt. Die Alte Synagoge hatte zuvor bereits einzelne Blätter der Handschrift ausstellen können.