Die possierlichen Erdmännchen sind weg: Sie haben den Wüstenteil des Klimazonenhauses Danakil im Erfurter Egapark in Richtung Sachsen-Anhalt verlassen. Dazu haben sie nicht etwa einen Ausgang gegraben und sind geflüchtet. Nein, sie sind ganz ordentlich Ende April in den Erlebnistierpark Memleben umgezogen, wie die Stadtwerke bestätigen.

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Platz machen sie im Danakil für eine andere, nicht weniger possierliche Gruppe der gleichen Tierfamilie. Zwergmangusten, die den bisherigen Bewohnern optisch stark ähneln und sich besser für die reine Innenhaltung eignen sollen, halten in der Wüstenlandschaft des Danakil Einzug.
Ein Männchen ist schon in Erfurt eingetroffen
Ein Zwergmangusten-Männchen ist schon da, eine Handvoll weiterer Tiere soll sich bald im Danakil tummeln. Ende April ist die Erde im Danakil dazu bereits ausgetauscht worden. Wann die drei bis vier weiteren Zwergmangusten aus dem Zoo Aue nach Erfurt gebracht werden und hierher umsiedeln, steht terminlich bis jetzt nicht fest.
Aber warum dieser Austausch? „In den vergangenen Monaten haben wir unsere Erdmännchen intensiv beobachtet und eng mit tierärztlicher Betreuung sowie dem Veterinäramt zusammengearbeitet. Trotz dieser fachlichen Begleitung zeigen die Tiere jedoch kein arttypisches Verhalten, wie es für Erdmännchen üblich wäre“, teilen die Stadtwerke mit.
Eine mögliche Ursache dafür könne in der Haltungsform liegen: „Unsere Erdmännchen leben ausschließlich in Innenhaltung – ein Konzept, das in dieser Form bislang kaum erprobt ist. Es wird angenommen, dass durch das Fehlen natürlicher Umweltreize wie Witterungseinflüsse oder die Wahrnehmung potenzieller Feinde wichtige Instinkte und Verhaltensweisen nicht ausreichend ausgebildet oder sogar teilweise verloren gegangen sind.“
Entscheidung soll dem Tierwohl dienen
Um aber dem Wohl der Tiere bestmöglich gerecht zu werden, sei die Entscheidung gefallen, die Erdmännchen abzugeben. Sie ziehen in den Erlebnistierpark Memleben, wo ihnen sowohl ein Innen- als auch ein Außengehege zur Verfügung steht. „Dort können sie unter passenderen Bedingungen leben und ihr natürliches Verhalten besser entfalten“, heißt es.
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Die Zwergmangusten sind etwas kleiner als ihre Vorgänger und gelten als besonders anpassungsfähig. „Vor allem haben sie sich bereits vielfach in Innenhaltungen bewährt und zeigen dort ein stabiles, arttypisches Verhalten“, sagt Stadtwerke-Sprecherin Christine Karpe: „Unser bestehendes Gehege bietet grundsätzlich für beide Tierarten ideale Voraussetzungen. Dennoch werden wir es gezielt umstrukturieren, um den Bedürfnissen der Zwergmangusten noch besser gerecht zu werden.“
Mit diesem Schritt möchten wir sicherstellen, dass alle Tiere unter optimalen Bedingungen gehalten werden und ihr natürliches Verhalten bestmöglich ausleben können. Dazu wurde jetzt das Gehege bepflanzt, da die neuen Bewohner im Gegensatz zu den Erdmännchen die Pflanzen nicht fressen. Außerdem wurden Höhlen gebaut, da die Mangusten nicht selbst graben oder bauen und gern bestehende Höhlen nutzen. Die künftige Gruppe soll vier bis fünf Tiere umfassen.
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Der Zoopark in Erfurt kam als Tauschpartner nicht infrage: Erdmännchen könnten schwer in bestehende Gruppen integriert werden, die meisten Zoos haben selbst schon Gruppen – so auch der Erfurter. Memleben hatte hingegen nur ein oder zwei Tiere bislang und will versuchen, mit den Erfurter Tieren die bestehende Gruppe zu vergrößern.









