Es ist das mit Abstand größte und weitreichendste Infrastrukturprojekt in Erfurt in den kommenden Jahren: der Neubau der Stadtbahnlinie 9. Voraussichtlich ab Ende 2031 soll die Straßenbahn die bisherige Buslinie 9 ersetzen und damit die bevölkerungsreichen Quartiere in der Krämpfer- und Johannesvorstadt direkt anbinden. Zudem soll der Bahnhofstunnel als Nadelöhr im Liniennetz durch eine Bahnunterführung am Schmidtstedter Knoten entschärft werden. Jetzt gewährt das Projektteam den Erfurterinnen und Erfurtern Einblicke in den aktuellen Stand der Dinge.

Drei Veranstaltungen entlang der künftigen Trasse

Für September plant die Stadtverwaltung gemeinsam mit den Erfurter Verkehrsbetrieben Infomärkte. Seit Kurzem weisen riesige Schilder in der Stadt auf die drei Termine zur „Neuen 9“ hin. Jede der zweistündigen Veranstaltungen soll sich konkret einem Abschnitt der Linie widmen.

  • Bereich Nord (Ilversgehofener Platz bis Friedrich-Engels-Straße): Mittwoch, 2. September, 17.30–19.30 Uhr, Aula der IGS, Wendenstraße 23.
  • Bereich Mitte (Friedrich-Engels-Straße bis Liebknechtstraße): Montag, 7. September, 17.30–19.30 Uhr, Aula der Marie-Elise-Kayser-Schule, Leipziger Straße 15.
  • Bereich Süd (Liebknechtstraße bis Hauptbahnhof): Dienstag, 8. September, 17.30–19.30 Uhr, Aula der Marie-Elise-Kayser-Schule, Leipziger Straße 15.

Die künftige Trasse soll an der Windthorststraße hinter dem Hauptbahnhof durch die westliche Tunnelröhre des Schmidtstedter Knotens und die Thälmannstraße bis zum Leipziger Platz führen. Weiter geht es durch die Liebknechtstraße zum Steinplatz und über die Friedrich-Engels-Straße bis zum Abzweig Stollbergstraße. Am Ilversgehofener Platz schwenkt die Bahn auf die bestehenden Gleise ein und rollt weiter bis zur Grubenstraße.

„Die neue 9“ soll eine städtebauliche Lücke schließen

Schon einmal fuhr eine Straßenbahn vom Hauptbahnhof über den Leipziger Platz zur Magdeburger Allee und band damit die östlichen Vorstädte an. Diese Linie wurde 1973 stillgelegt, als der Schmidtstedter Knoten zur heutigen Größe ausgebaut wurde. „Die neue 9 schließt diese städtebauliche Lücke und bringt die Stadtbahn dorthin zurück, wo sie bereits vor über 50 Jahren gebraucht wurde – heute mehr denn je“, teilen die Stadtplaner mit.

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Der östliche Teil Erfurts wächst absehbar weiter. Eine Straßenbahn kann deutlich mehr Fahrgäste in einem Rutsch transportieren als ein Bus. Zudem zahlt die umweltfreundliche Bahn auf die städtischen Klimaziele ein. Bis 2035 will Erfurt klimaneutral sein.

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Im Rahmen der Infomärkte erhoffen sich die Stadtplaner auch Rückmeldungen und Hinweise aus der Bevölkerung. Weitere Informationen zu „Neuen 9“ stehen gebündelt auf erfurt.de/ef153974. Das Projektteam steht auch per E-Mail für Fragen zur Verfügung: dieneue9@erfurt.de