Sie werden wieder am Start sein: Gilbert Barracque. Bereits 2024 traten die neun Musiker beim „KultFestival“ in Tiefthal auf. Das hinterließ bleibenden Eindruck, auf beiden Seiten. 2025 kamen sie erneut. „Und weil alle nachfragten, haben wir sie wieder engagiert“, sagt Daniel Stassny schmunzelnd. Er ist nicht nur der Ortsteilbürgermeister von Tiefthal, sondern mit seiner Frau Juliane auch Hauptorganisator des „KultFestivals“, das nun zum vierten Mal stattfindet.

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Vom 28. bis 30. August verwandelt sich das Dorf wieder in eine Festivalbühne. Was als private Initiative begann, hat sich in den vergangenen drei Jahren etabliert und wächst von Ausgabe zu Ausgabe: Die Besucherzahlen steigen kontinuierlich, mittlerweile umfasst das Programm 32 Einzelveranstaltungen. Auch aus dem zehn Kilometer entfernten Erfurt kommen viele Gäste.
Private Spenden und Unterstützung durch Firmen
Finanziert wird das Festival, das Konzerte, Lesungen, Handwerkskunst, Fotoausstellungen und Theater präsentiert, über Spenden und Fördermittel. Unter anderem über die Kulturförderung der Stadt Erfurt, ergänzt durch zahlreiche private Spenden und Unterstützung von Firmen aus dem Ort. „Die Tiefthaler wissen zu schätzen, dass alles kostenlos ist – aber eben trotzdem Geld kostet“, betont Daniel Stassny. Bei den Veranstaltungen geht der Hut um, das Konzept geht auf.

Besonders stolz ist Daniel Stassny nicht nur darauf, die Musiker von Gilbert Barracque wieder gewinnen zu können, sondern auch auf diesen Programmpunkt: Charlotte Zabel. „Sie ist eine 16-jährige Schriftstellerin aus Sömmerda, die bereits mit 15 Jahren einen viel beachteten Thriller veröffentlichte“, schwärmt er. Aus ihrem Buch „Evil is active“ liest sie am Samstag um 17 Uhr im „Jägerschmaus“.
Einschlafen in der Kirche
Auch musikalisch gibt es Höhepunkte: Am Samstagabend sorgt ein Techno-DJ für Stimmung, für Freitagabend lädt ein Schlafliederkonzert für Erwachsene in die Kirche ein – gestaltet von einem Künstler, der aus Tiefthal stammt und mittlerweile in Berlin lebt. Fabian Fiedler spielt bekannte Melodien und Texte am Klavier – sie wiegen das Publikum in eine stille Nachtstimmung zwischen Traum und Wachsein. Einschlafen ist ausdrücklich erlaubt. „Ein Konzert wie eine Umarmung“, versprechen die Veranstalter.
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Ein besonderer Programmpunkt greift zudem ein Ereignis aus dem vergangenen Jahr auf: 2025 hatte ein Blitz in die Tiefthaler Kirche eingeschlagen. Bei der darauffolgenden Öffnung des Turmknopfes wurden historische Schriftstücke und Münzen geborgen. Diese Zeitzeugnisse geben Einblicke in kirchliches Leben und lokale Geschichte in Tiefthal. „Auf dem Hof der Familie Kerst sind einige besondere Exemplare ausgestellt. Pfarrerin Julia Braband wird vor Ort sein und die Fundstücke erläutern, bevor sie ins Kirchenarchiv übergehen“, erklärt Daniel Stassny.
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Getragen wird das Festival von der ganzen Dorfgemeinschaft: Familien übernehmen gegenseitig die Kinderbetreuung, es wird gemeinsam dekoriert, die örtlichen Vereine kümmern sich um Essen und Getränke – auf Catering wird bewusst verzichtet. „Bei allen Diskussionen, die es in so einem Dorf gibt, kommen doch alle zusammen. Man ist fröhlich, hat eine gute Zeit und bringt für alle eine schöne Zeit“, sagt Daniel Stassny. „Und wenn sich alle freuen, ist das wunderbar.“
Das gesamte Programm: kult-tiefthal.de/kul-t-2026









