Zusammenfassung
- Berliner Autor entdeckte Gotha auf ungewöhnliche Weise.
- Gabriel Wolkenfeld verabschiedete sich als Stadtschreiber von Gotha.
- Nachfolgerin Dorothee Eva Herrmann steht ab Januar in den Startlöchern.
Das Stadtschreiberjahr des Berliner Autors Gabriel Wolkenfeld endete mit einer Abschiedslesung in der Gothaer Stadtbibliothek. Gleichzeitig wurde der „Staffelstab“ an seine Nachfolgerin Dorothee Eva Herrmann übergeben.

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Wolkenfeld, ein Liebhaber von Märchen für Erwachsene, war während seines Aufenthalts in Gotha stets auf der Suche nach neuem Schreibstoff. Immer donnerstags betrieb er einen fairen Handel in seiner Märchensprechstunde in der Cafeteria der Stadtbibliothek: Ein vom Stadtschreiber selbst gebackener Kuchen wurde im Tausch gegen eine Geschichte, Anekdote, manchmal auch nur für ein Gespräch dargeboten. So lernte der Berliner Schritt für Schritt seine Heimat auf Zeit besser kennen.
„Blicke auf Gotha“ erstmals vorgstellt
Die Äpfel von der Streuobstwiese unterhalb des Berggartens landeten nicht nur auf einem der leckeren Kuchen. Sie wurden auch in einer Kolumne verewigt. Die Stadtschreiberkolumnen, regelmäßig wurden sie auch in dieser Zeitung veröffentlicht, füllen wiederum ein kleines Büchlein. Zur Lesung wurde das neue Heft „Blicke auf Gotha“ erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt.
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Der Autor las zum Abschied noch einmal Geschichten aus seinem Märchen-Repertoire, beispielsweise vom Tod, der das Töten verweigerte.

Was bleibt dem Stadtschreiber nun von Gotha in Erinnerung? Er lobt den Gothaer Hauptmarkt, das Schloss, die Museen und stellt klar, dass sein Aufenthalt nicht an der Stadtgrenze endete. „Die Fahrten mit der Waldbahn nach Bad Tabarz. Diese Ausblicke würden auch vielen Berliner gefallen“, findet Gabriel Wolkenfeld. Im Kurort selbst gefielen ihm die alten Villen. „Der Ort Bad Tabarz hört nicht auf – er verwaldet.“
„Ich bin ein durchschnittlicher Lügner“, sagt Wolkenfeld über sich selbst und beschreibt seine Arbeitsweise wie folgt: „Entweder die Fantasie brennt mit mir durch oder ich kann mich nicht für einen Ausgang entscheiden.“
Das nächste Kurd-Laßwitz-Stipendium wurde an Dorothee Eva Herrmann vergeben. Die Jenaer Autorin und Illustratorin übernimmt das Stadtschreiberamt im Jahr 2026 und war bei Wolkenfelds Abschiedslesung anwesend.
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Bei der Übergabe des symbolischen Staffelstabs durch Gothas Oberbürgermeister Knut Kreuch (SPD), nahm Herrmann Bezug zu ihrem Vorgänger: „Märchen sind auch mein Thema, dank Gabriel Wolkenfeld sind die Menschen poetisch darauf vorbereitet.“ Dorothee Eva Herrmann schreibt und illustriert vor allem Geschichten für Kinder und möchte ihr neues Amt in Gotha möglichst zeitnah antreten








