Neue Bohrkerne aus dem Thüringer Wald liefern Wissenschaftlern bislang einzigartige Einblicke in die Entwicklung des Tambacher Beckens vor rund 294 Millionen Jahren. Wie das nach der Fundstelle benannte Bromacker-Projekt am Mittwoch in Gotha mitteilte, konnten Forschende anhand von bis zu 250 Meter langen Sedimentbohrkernen erstmals vollständige Ablagerungsfolgen der Tambach-Formation untersuchen.

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Den Angaben zufolge zeichnen die Bohrkerne das Bild einer Landschaft, die zunächst von wilden, ganzjährig wasserführenden Gebirgsflüssen geprägt war. Diese hätten tiefe Canyons in ein Hochgebiet eingeschnitten und große Geröllmengen ins Vorland transportiert. Später seien Relief und Flusskraft zurückgegangen.
Rückschlüsse auf Klimawandel möglich
Zugleich entdeckten die Forschenden Hinweise auf tektonische Veränderungen. Westlich des Beckens sei offenbar ein neues Mittelgebirge entstanden, dessen Gesteinsbruchstücke in den Ablagerungen nachweisbar sind. Die Schichten deuteten auf zeitweise austrocknende Flüsse hin.
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Laut Erstautor Jakob Stubenrauch von der Friedrich-Schiller-Universität Jena hatten die Umweltbedingungen entscheidenden Einfluss auf Tiere und Pflanzen. Das Klima sei zunehmend trockener und saisonaler geworden. Die Lebewesen, deren Spuren und Fossilien am Bromacker gefunden wurden, lebten in einem Lebensraum, der immer trockener wurde.
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Die Forschenden sehen in den Ergebnissen Hinweise für heutige Klimafragen. Das frühe Perm gilt als Übergangsphase zwischen Eiszeit und Treibhausklima und könnte Rückschlüsse auf aktuelle Klimaentwicklungen erlauben.
epd






