- Zwei Männer müssen sich vor dem Amtsgericht verantworten
- Brandstiftung, Sachbeschädigung und Verwendung verfassungswidriger Kennzeichen stehen im Raum
- Angeklagte und Zeugen sagten am ersten Verhandlungstag aus
- Das Gericht hörte viele widersprüchliche Angaben
14.10 Uhr: Ende der Liveberichterstattung
Damit endet unsere Live-Berichterstattung am ersten Verhandlungstag zur Brandstiftung am Neutorturm in Arnstadt. Die Ergebnisse des Prozessauftaktes in der Zusammenfassung gibt es hier.
Die Aussagen der Belastungszeugen scheinen aufgrund ihrer Widersprüchlichkeit mehr Fragen zu Tathergang und Schuldigen aufgeworfen zu haben, als sie beantworteten. Ein Fortsetzungstermin ist für den 19. November angesetzt. Auch dann werden wir Sie wieder live aus dem Gerichtssaal auf dem Laufenden halten.
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13.50 Uhr: Haftbefehl wird aufgehoben
Die Verhandlung wird fortgesetzt. Nachdem alle Hauptbelastungszeugen ausgesagt haben, wird der Haftbefehl gegen den 24-jährigen Angeklagten aufgehoben. Nach Ansicht des Gerichts bestehe die Gefahr der Verdunklung durch zum Beispiel Beeinflussung von Zeugen nicht mehr. Damit ist er wieder auf freiem Fuß, muss sich aber weiter für die ihm vorgeworfenen Taten verantworten.

13.06 Uhr: Pause
Die Verhandlung wird für 45 Minuten unterbrochen.
12.57 Uhr: Weiterer Zeuge ist nicht am Neutorturm dabei gewesen
Nach einer kurzen Pause wird ein weiterer Zeuge vernommen, der am Abend der Tat dabei gewesen ist. Der 20-Jährige ist erst nach dem Vorfall am Neutorturm zum Bahnhof dazugestoßen. Am Bahnhof soll der 38-jährige Angeklagte den Brandmeldeknopf gedrückt und den Notruf gewählt haben. Er könne nicht sagen, was am Turm passiert sei, da habe er nur aus Erzählungen gehört.
12.24 Uhr: Verhandlung von Arnstadt nach Ilmenau verlegt
Die Verhandlung wegen Brandstiftung am Neutorturm sowie wegen Sachbeschädigung und der Verwendung verfassungswidriger Kennzeichen im Bereich des Bahnhofs und an der Stadtmauer sollte ursprünglich am Amtsgericht in Arnstadt stattfinden. Allerdings hat die Arrestzelle dort einen Wasserschaden erlitten, sodass der Prozess in die Zweigstelle des Amtsgerichts Arnstadt nach Ilmenau verlegt worden ist.
12.01 Uhr: Vage Erinnerungen zum Tattag
Von „vagen Erinnerungen“ spricht ein weiterer 18-jähriger Zeuge. Er wolle den Vorfall „sehr schnell verdrängen“. Er könne sich erinnern, dass sie sich am Bahnhof getroffen, durch die Stadt gelaufen und zum Neutorturm gegangen seien. Er habe aber keine Erinnerung daran, wer das Efeu angezündet habe. Der Zeuge habe auf einer Bank gegessen, dann habe jemand gerufen: „Rennt!“ Der 18-Jährige sei noch am gleichen Abend zur Polizei gegangen und habe eine Täterbeschreibung abgegeben, die auf die beiden Angeklagten passe.

11.40 Uhr: Weiterer Vorfall Ende Mai steht im Fokus
Der 20-jährige Zeuge erzählt von einem weiteren Vorfall Ende Mai. Da soll der 24-jährige Angeklagte den Zeugen ins Gesicht geschlagen haben. Ein weiterer Bekannter soll dabei gewesen sein und den Zeugen ebenfalls geschlagen und bedroht haben. Nach mehreren Nachfragen seitens des Richters kann sich der Zeuge nicht mehr genau erinnern. Der Verteidiger des 24-Jährigen scheint an der Glaubwürdigkeit des Zeugen zu zweifeln, weil dieser sich häufig widerspricht.
11.05 Uhr: Zeuge hat Brandstiftung nicht gesehen
Die Verhandlung geht weiter. Ein 20-jähriger Zeuge berichtet ebenfalls über den Tatabend. Er erzählt auch, dass der 38-jährige Angeklagte die Brandmeldeanlage am Bahnhof eingeschlagen und verfassungswidrige Symbole gesprüht haben soll. Er vermutet, dass der 24-jährige Angeklagte das Efeu nahe der Stadtmauer und des Neutorturms angezündet habe; gesehen habe er es allerdings nicht. Der 24-Jährige soll dem Zeugen später am Bustreff gesagt haben, dass er das Efeu mit der Sprühflasche angezündet habe. Danach sei die Gruppe wieder zum Bahnhof gegangen. Dort soll der 38-jährige Angeklagte wieder Wände angesprüht haben. Der Zeuge habe lediglich zwei Sprühflaschen gekauft.
10.40 Uhr: Verhandlungspause
Im Prozess gegen zwei Angeklagte im Ilmenauer Amtsgericht ist derzeit Pause. Der 24-Jährige wird zunächst in die Arrestzelle gebracht. Denn er befindet sich seit 1. Juli in Untersuchungshaft in der JVA Suhl-Goldlauter.

10.05 Uhr: Zeuge schildert Tatabend
Ein 18-jähriger Zeuge berichtet von dem Tatabend. Der 38-jährige Angeklagte soll den Brandmelder am Bahnhof eingeschlagen und mehrfach verfassungswidrige Symbole gesprüht haben. Die Gruppe sei durch die Arnstädter Innenstadt bis zur Stadtmauer gelaufen. Dort habe der 24-jährige Angeklagte gesagt: „Er will einen gucken lassen.“ Daraufhin vermutet der Zeuge, dass der Angeklagte das angesprühte Efeu angezündet habe. Denn es habe einen Funkenflug Richtung Turm gegeben, und daraufhin sei die Gruppe abgehauen. Es sei aber nicht geplant gewesen, den Neutorturm anzuzünden und Wände anzusprühen.
9.40 Uhr: Verhandlung im Amtsgericht in Ilmenau

Seit etwa einer Stunde läuft die Verhandlung gegen einen 24-Jährigen wegen Brandstiftung und einen 38-Jährigen unter anderem wegen Sachbeschädigung und der Verwendung verfassungswidriger Kennzeichen. Lichterloh brannte im Frühjahr 2024 der Dachstuhl des historischen Neutorturms in Arnstadt. An dem Gebäude hatte es in der Nacht vor dem Feuer bereits andere Brände gegeben. Zudem wurde an der historischen Stadtmauer in der Nähe des Turmes eine Schmiererei mit rechtsradikalem Hintergrund entdeckt.
9.26 Uhr: Angeklagter: „Das ist meine Gesinnung“
Der 38-jährige Angeklagte gibt zu, dass er ebenfalls verfassungswidrige Symbole gesprüht habe. „Das ist meine Gesinnung.“ Auf Nachfrage des Richters, ob er wisse, was in dieser Zeit passiert sei und wie viel Menschen ums Leben gekommen sind, antwortet der Angeklagte, dass es noch die Frage sei, ob das stimmt.

9.15 Uhr: Vorwürfe zur Brandstiftung abgestritten
Der 24-jährige Angeklagte äußert sich unter anderem zu dem Vorwurf der Brandstiftung. Er sei mit einer Gruppe Bekannter unterwegs gewesen. Er hätte mehrfach gesagt, dass sie mit dem Zündeln aufhören sollen. Er selbst habe den Turm aber nicht angezündet. Er gibt zu, dass er verfassungswidrige Symbole im Arnstädter Bahnhof gesprüht hat. „Es war einfach eine Dummheit.“
8.30 Uhr: Prozessbeginn im Amtsgericht in Ilmenau
Der Zuschauerraum ist gefüllt. Die beiden Angeklagten, 24 und 38 Jahre, sitzen auf der Anklagebank, ihnen wird Brandstiftung, Sachbeschädigung und Verwendung verfassungswidriger Kennzeichen vorgeworfen.
6 Uhr: Willkommen zum Liveticker zum Neutorturm-Prozess
Wir begrüßen Sie zu unserem Liveticker. Im Amtsgericht Ilmenau startet heute der Prozess gegen zwei Angeklagte. Im April 2024 stand die Kuppel des Arnstädter Neutorturms in Flammen.
Zudem wurde an der historischen Stadtmauer in der Nähe des Turmes eine Schmiererei mit rechtsradikalem Hintergrund entdeckt.
Die Verhandlung beginnt um 8.30 Uhr. Unsere Redaktion versorgt Sie mit aktuellen Informationen aus dem Saal. Ein Fortsetzungstermin ist für Dienstag, 19. November, angesetzt.
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