Der Himmel über Arnstadt ist wolkenverhangen, grau und regnerisch. Fällt das große Jubiläum ins Wasser? Ganz im Gegenteil. Trotz aller Wetterkapriolen feiern die Arnstädter Regelschule „Robert Bosch“ und die Grundschule „Dr. Harald Bielfeld“ ihren 50. Geburtstag mit Herz, Farbe und jeder Menge Leben. Wo draußen der Regen fällt, herrscht drinnen fröhliches Treiben: Musik schallt durch die Gänge, Kinder lachen, Gäste und Ehemalige begegnen sich wieder, und überall wird gespielt, gestaunt und erzählt. Dazu ein historischer Abriss, der die Entwicklung der Schule zeigt und deutlich macht: Was war, wird wieder sein.

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Spiel, Sport und Bewegung werden in der Turnhalle geboten. © Funke Medien Thüringen | Antonia Pfaff

Wenn sich die Türen weit öffnen, dann feiert die Schule nicht nur ein Jubiläum – sie feiert ihre Geschichte, ihre Gemeinschaft und ihre Zukunft. Unter dem Motto „Wir feiern 50. Schuljubiläum – 50 Jahre Gemeinschaft, Erinnerungen & Zukunft!“ verwandelt sich das Schulgelände in einen Ort voller Begegnungen, Erinnerungen und neuer Ideen.

Mit Fotos, Dokumenten und Erinnerungen zum lebendigen Archiv

Dass hinter diesem Fest so viel Geschichte steckt, weiß kaum jemand besser als Lehrerin Regina Reinhardt. Sie begann Anfang der 1990er Jahre damit, die Schulchronik aufzubauen. „Damals haben wir angefangen, alles zu sammeln“, erzählt sie. Fotos, Dokumente, Erinnerungen – Schritt für Schritt entstand ein lebendiges Archiv der vergangenen Jahrzehnte. Bereits zum 20-jährigen Bestehen wurde daraus ein erster großer Meilenstein, später folgten weitere Projekte zur Geschichte der Schule und schließlich eine zweite Broschüre zum 40-jährigen Jubiläum.

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Die Anfänge der Schule reichen zurück ins Jahr 1976. Mitten im Wohnungsbaugebiet entstand damals das T-Gebäude, das bis heute das Bild des Viertels prägt. Doch zur Eröffnung war vieles noch unvollendet. Klassen von der 1. bis zur 10. Stufe mussten auf verschiedene Standorte im Stadtgebiet verteilt werden. Am 16. Oktober 1976 wurde schließlich symbolisch der Schlüssel an die erste Schulleiterin Rosemarie Merbach übergeben.

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Trotz Regen werden die Verpflegungsstände gut genutzt. © Funke Medien Thüringen | Antonia Pfaff

Schon bald erhielt die Schule ihren ersten Ehrennamen: Karl Marx. Später sollte sie den Namen Dr. Harald Bielfeld tragen – jenes Arnstädter Ehrenbürgers, der sich um Bildung, soziale Einrichtungen und die Entwicklung der Stadt verdient gemacht hatte. Am 13. Juni 1998 wurde die Namensverleihung feierlich begangen. Sogar die Enkeltochter Bielfelds war anwesend. Gleichzeitig entstand der Förderverein.

Umfassende Sanierung während des Schulbetriebs

Nicht immer waren die Jahre leicht. Besonders die Zeit von 1995 bis 1999 bleibt vielen in Erinnerung. Während des laufenden Schulbetriebs wurde das Gebäude umfassend saniert. „Bohrlärm von allen Seiten, Schmutz, Kabel, ständig wechselnde Räume – Stress pur“, erinnert sich Regina Reinhardt. Lehrer und Schüler mussten improvisieren, Treppenhäuser waren eingerüstet, Räume wechselten beinahe täglich. Und doch blieb die Schule lebendig. Selbst das 20-jährige Jubiläum 1996 wurde mitten auf der Baustelle gefeiert – mit Baugerüst im Hintergrund.

Die Schulleitung im Überblick

1976 - 1983: Rosemarie Merbach

1983 - 1984: Angela Aßmann, heutige Streisel

1984 - 1991: Karl-Heinz Wiebach

1991 - 2004: Ferdinand Lepper (Regelschule)

1991 - 2007: Sigrid Degenhardt (Grundschule)

ab 2007: Gudula Gresser (Grundschule)

2004 - 2012: Wilfried Leibnitz (Regelschule)

2012 - 2025: Margitta Smarczeski (Regelschule)

ab 2025: Björn Nießen (Regelschule)

Dass Gemeinschaft hier nie nur ein Wort war, zeigt auch das Schulleben. Eine erfolgreiche Koch-AG gewann gleich dreimal in Folge einen Landeswettbewerb. Die Kunst-AG stellte Werke in Stadtwerken und Sparkasse aus und errang ebenfalls Landeserfolge. Bei Mathematik-Wettbewerben wurden Landessieger gekürt, der Känguru-Wettbewerb und die Mathematik-Olympiade gehören seit Jahren fest dazu. Chorauftritte in der Bachkirche, Schulfasching, GEO-Wettbewerbe und große Projekte wie „Währung im Wandel der Zeiten“ zur 1300-Jahr-Feier Arnstadts zeigen die kreative Vielfalt der Schule.

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Ein DJ sorgt für gute Stimmung, denn die Musik ist in jeder Etage zu hören. © Funke Medien Thüringen | Antonia Pfaff

Auch Nachhaltigkeit spielte früh eine Rolle: Als „Sonnenschule des Ilm-Kreises“ machte sich die Schule mit Photovoltaikanlage, digitaler Energieanzeige und Solarprojekten einen Namen.

Im August 2026 wird ein neuer Meilenstein gesetzt

Heute stehen erneut Veränderungen bevor. Im August 2026 sollen Grundschule und Regelschule zur Thüringer Gemeinschaftsschule Arnestati zusammenwachsen, die Kinder gemeinsam länger lernen. Grundschulleiterin Gudula Gresser beschreibt es so: „Es war schon immer ein Miteinander. Andere Aufgaben – aber viele Schnittpunkte.“ Besonders die gemeinsame Küche sei über Jahre ein Symbol dieser Zusammenarbeit gewesen. Dazu gibt es nun ein Sportkonzept, dass den Sport von der ersten bis zur zehnten Klasse in den Fokus stellt.

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Für den heutigen Regelschulleiter Björn Nießen ist die Schule ohnehin weit mehr als nur ein Arbeitsplatz. „Ich war von der ersten Klasse an hier“, sagt er. Als Schüler, Referendar, Lehrer und nun als Schulleiter habe er alle Seiten des Hauses erlebt. „Es ist mein zweites Wohnzimmer.“ Viele Lehrer hätten ihn geprägt, manche begegneten ihm später als Kollegen wieder.

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Björn Nießen kennt die Bosch-Regelschule als Schüler, Referendar, Lehrer und nun als Schulleiter. © Funke Medien Thüringen | Antonia Pfaff

Buntes Bühnenprogramm mit Graffiti-Live-Act-Show

Und genau dieses Miteinander, dieser Gemeinschaftsgeist spiegelt sich zum Jubiläumsfest wider. Neben Sport, Spiel und Mitmachaktionen warten die Jugendlichen mit kreativen, musikalischen und sportlichen Beiträgen auf und präsentieren ein buntes Bühnenprogramm. Ein besonderer Höhepunkt ist der Auftritt von Marc Jung mit einer Graffiti-Live-Act-Show, bei der Kunst direkt vor den Augen der Gäste entsteht. Björn Nießen betont und dankt an der Stelle noch einmal, wie engagiert das Kollegium seit einem Jahr das Jubiläum vorbereitet und wie flexibel es durch den Dauerregen reagiert habe.

Auch Gäste aus Politik und Stadtgesellschaft würdigen die Schule. Die Erste Beigeordnete der Stadt Arnstadt, Diana Machalett, erinnert sich: „Ich selbst war zehn Jahre hier – Jahre der Freundschaft, glückliche Jahre, Jahre der Unbeschwertheit.“ Landrätin Petra Enders (parteilos) freut sich über die entstehende Gemeinschaftsschule und sieht darin „ein starkes Konzept für längeres gemeinsames Lernen“.