Da können meine auf die Gesundheit achtenden und viel jüngeren Kolleginnen noch so von Kräuterchen, Salätchen, Melönchen oder anderem Schnickschack schreiben, das echte Sommergericht ist und bleibt die Bratwurst.
Auch interessant
Die aus und in Thüringen, versteht sich. Über ihre Zubereitung auf dem Rost (nicht dem Grill, Ihr Griller) zu philosophieren, hieße Eulen nach Athen tragen. Du brauchst einen Rost, Hunger, Würste, Holzkohle, Feuer, Wasser, Bier zum Ablöschen und nicht Verdursten sowie eine Zange zum Drehen. Schon kann es losgehen.
Doch mit dem Anzünden der Holzkohle hat man mitunter seine liebe Not. Besonders Briketts vergällen einem den Ruf „Ich habe Feuer gemacht!“ inklusive Auf-die-Brust-Schlagen und das Ganze hörbar in der erweiterten Nachbarschaft zu verteilen. Wenn selbst Spritzer von Spiritus ihren Dienst versagen, kommt halt die Heißluftpistole zum Einsatz. Die Kohle muss verkohlt oder durchgeglüht sein, bevor eine Wurst den Rost berührt, höre ich immer wieder, wenn bereits der Hungerast steigt und ich es nicht abwarten kann.
Bratwurst gelingt auch ohne großes Brimborium
Manchmal puste ich auch wie verrückt, damit die Kohle losfeuert. Um danach erstmal eine zum Bierchen zu paffen, damit wieder so langsam die Atmung einsetzt. Jetzt ist der Rost rüstig für sein Tagwerk. Das ist dann auch kein Hexenwerk. Es sei denn, neben den Bratwürsten begehrt noch anderes Bratgut auf. Das ist dann auch eine Platzfrage.
Auch interessant
Na gut, Rostbrätel lass ich mir natürlich gefallen, Hähnchenkeulchen darf ich mir angesichts der Lieblingsspeise der Gastgeberin gefallen lassen, auch wenn die Dinger ewig nicht durch, oder bereits im Ofen vorbehandelt, dann ruckzuck schwarz sind. Und Käse? Ist Käse!
Sommerzeit ist Braterzeit
Ist dieser, unser Rost, erstmal auf Betriebstemperatur (gefühlt 1000 Grad), muss ist öfter mal meine Hände in kaltes Wasser tauchen, um nicht noch für mehr Röstaromen zu sorgen. Brandblasen (ungelogen) reichen doch auch schon aus. Drehen, wenden, begutachten, in Gedanken abschmecken, und natürlich die anderen gern schon mal bedienen. So geht sie dahin, die Braterzeit. Die Sommerzeit aber hoffentlich noch lange nicht.
Mehr Themen aus dem Ilm-Kreis
Jetzt können Sie gern noch Ihren Senf zu meiner Tätigkeitsbeschreibung dazugeben, denn ohne Senf und Haltebrötchen wird das mit der echten Bratwurst nix, weiß der Thüringer. Und was er schon immer wusste: So schmeckt der Sommer!







