Irgendwann hat Sebastian Garthoff aufgehört zu zählen, bei wie vielen Verlagen er sich mit seinen Manuskripten beworben hat. „Letztlich ging die Zahl wohl in die Hunderte“, berichtet der Autor, der in Bad Frankenhausen im Kyffhäuserkreis geboren wurde und in Bilzingsleben im benachbarten Kreis Sömmerda aufgewachsen ist. So hat er sich letztlich entschieden, sein eigenes Ding zu machen – als Self-Publisher.

Viele Freiheiten – aber auch Pflichten

„Als Selfpublisher habe ich alle Freiheiten für ein Buchprojekt, kann alle Fristen selbst setzen und niemand redet mir bei Inhalt oder Gestaltung rein“, so Garthoff, der seinen Lebensmittelpunkt mittlerweile in Berlin hat. Allerdings müsse er sich auch über alles selbst Gedanken machen – vom Lektorat über die Covergestaltung bis hin zum Marketing.

Garthoff bezeichnet sich selbst als „Noir-Autor“. Durch alle seine Bücher zieht sich demnach ein düster-melancholischer Grundton, der aber immer wieder durch humorvolle Szenen aufgebrochen wird. Die Geschichten hält er kompakt, seine Bücher haben jeweils um die 100 Seiten, zudem setzt er auf Hardcover-Druck, also gebundene Ausgaben. „Das bietet sich bei meinen Formaten einfach an, sieht schöner aus und liegt besser in der Hand“, begründet Garthoff.

Zombies in Sonderbarhausen

In seinen Büchern lässt der Thüringer Autor jeweils seinen beruflichen Hintergrund einfließen. „Tote wird man nicht los“ zum Beispiel handelt von einem Lokaljournalisten in der fiktiven Kleinstadt Sonderbarhausen, der nicht nur mit seiner eigenen Karriere hadert, sondern sich auch noch mit einer Zombiewelle zu kämpfen hat. Garthoff war selbst einst Lokaljournalist bei der Thüringer Allgemeine und weiß daher, wovon er schreibt. „Tote wird man nicht los“ hat er zudem als selbst gezeichneten Comic herausgebracht.

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In „Exit Budapest“ dreht sich die Geschichte um einen Auslandsjournalisten, für den sich Budapest von einer Traumstadt zur Hauptstadt der Albträume gewandelt. Darin verarbeitet Garthoff seine Jahre als Auslandsjournalist in Ungarn.

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Das neueste Werk „Schattenmann“ spielt in einem Berliner Großraumbüro. Garthoff thematisiert darin Themen wie Arbeitssucht, Entfremdung und die dunklen Seiten der modernen Leistungsgesellschaft.

Auf Social Media – und in echt

Seine Bücher stellt Garthoff regelmäßig bei Lesungen und auf Buchmessen vor. Am Samstag war er in Erfurt zu Gast im Erfurter Bioladen Clärchen.

red