Unter den besonderen Museumsstücken in Nordhausen befindet sich ein historisches Hochrad. Es erinnert an eine alte Geschichte, als ein Radfahrer vor 130 Jahren gegen einen Reiter auf einer 20 Kilometer langen Rennstrecke antrat.

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Die Nordhäuser müssen im Frühjahr 1895 viel von ihrem Radfahrer Gustav Reichenbach gehalten haben, denn seinem Gegner zu Ross standen gleich vier Vollblutpferde zur Verfügung, um gegen ihn anzutreten. Tausende von Zuschauern verfolgten damals gespannt das Rennen auf der 400 Meter langen Rennbahn, die sich auf dem Marktrasen in der Nähe der Rothenburgstraße befand und die bereits 1887 durch ein Eröffnungsrennen eingeweiht wurde.
Radsport wurde vor 130 Jahren immer populärer
Am Ende konnte Reichenbach den Erwartungen nicht standhalten. Der Reiter gewann mit fünf Runden Vorsprung. Das Rennen war Teil einer Zeit, in der Radsport immer populärer wurde. Die Fahrräder, die um 1880 in Mode kamen, sahen allerdings ganz anders aus als heute: Hochräder tauchten im Straßenbild auf. Mit einem riesigen Vorderrad mit bis zu anderthalb Metern Durchmesser und einem kleinen Hinterrad stellten sie eine echte Herausforderung dar, was Balance und Fahrtechnik anging. Allein das Aufsteigen auf den hoch gelegenen Sattel erforderte Übung und sicher auch eine gewisse Furchtlosigkeit.
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Eines dieser beeindruckenden Räder ist im Nordhäuser Stadtmuseum in der Flohburg zu bestaunen: ein originales Hochrad des Modells „Brennabor Nr.17“, hergestellt zwischen 1891 und 1894 in Brandenburg an der Havel. Der Preis für das Rad lag damals zwischen 305 und 335 Mark, ein stolzer Preis zu dieser Zeit.
Bei dem Ausstellungsstück handelt es sich um ein besonders spät produziertes Hochrad, denn es stand bereits vor dem Ende seiner Ära. Längst setzten sich niedrigere und damit auch sicherere Räder mit Kettenantrieb des Hinterrads durch, die sich optisch nur noch wenig von unseren heutigen Zweirädern unterscheiden. Das Rennen von 1895 verdeutlicht den technischen Wandel und den Wettstreit zwischen alten und neuen Fortbewegungsmitteln zu jener Zeit. Die Entwicklung hat seitdem enorme Fortschritte gemacht. Wer weiß, wie das Duell heutzutage mit einem modernen Rennrad ausgehen würde.
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Wer das imposante, gummibereifte Hochrad einmal aus nächster Nähe bestaunen möchte, dem ist ein Besuch in der Flohburg empfohlen. Das Museum ist dienstags bis sonntags stets von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Kinder und Jugendliche bis 18 Jahren haben freien Eintritt. red





