Das Thema der geplanten Windkrafträder auf Kahlflächen im Südharz treibt derzeit viele Menschen in der Region um. Widerstand gibt es jetzt aus den Reihen der CDU.
Für nachfolgende Generationen sei es wichtig, meint René Fullmann, CDU-Fraktionschef im Kreistag, die zerstörten Flächen zukunftsfähig aufzuforsten und damit nachhaltige Strukturen zu schaffen. „Waldflächen dürfen nicht der Transformation des Energiesystems zum Opfer fallen“, meint der Wolkramshäuser. Das gelte gleichermaßen für gesunde Wälder wie für geschädigte Waldgebiete. Der Ausbau erneuerbarer Energien dürfe nicht wichtiger als der Schutz unserer Natur sein.
„Meiner Ansicht nach darf Wald nicht zum Gewerbegebiet umgewandelt werden“, betont die CDU-Landtagsabgeordnete Carolin Gerbothe aus Obersachswerfen. Naturschutz und Klimaschutz dürfen nicht gegeneinander ausgespielt werden. „Wald muss über Generationen gedacht werden und nicht dem schnellen Geld dienen. Unsere Vorfahren haben Wälder regelmäßig wieder aufgeforstet, mit dem Wissen darum, dass sie dies für nachfolgende Generationen tun. Den Wald zu erhalten und zu mehren, ist für mich eine wichtige gesellschaftliche Aufgabe.“
Der Wald soll für neue Windräder „absolute Tabuzone“ bleiben
Der aktuelle Regionalplan für Nordthüringen trat im Oktober 2012 in Kraft. Derzeit wird dieser für das Landesentwicklungsprogramm 2025 in Thüringen fortgeschrieben. Der Plan legt im Interesse aller Player vor Ort die räumliche und strukturelle Entwicklung fest. Im Teilplan „Windenergie“ werden für den Landkreis Nordhausen Windvorranggebiete ausgewiesen. Diese gilt es, optimal auszunutzen.

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Für Fullmann bleibt der Wald „absolute Tabuzone“. Für geplante Repowering-Maßnahmen – wie beispielsweise im Windpark Nentzelsrode – „stehen wir positiv gegenüber, dennoch gilt immer der Grundsatz, zunächst die betroffenen Menschen vor Ort zu hören“.
Gerbothe fordert, dass sich die Stromproduktion aus erneuerbaren Energien konsequent am realistischen Thüringer Energiebedarf orientieren sollte. Ein technologieoffener Energiemix und eine verbrauchsorientierte Herstellung spielen hierbei eine wesentliche Rolle. „Ein Großteil der benötigten Fläche steht dafür, auch ohne den Wald, in Thüringen bereits jetzt zur Verfügung“, meint Gerbothe. Die Planungsregion Nordthüringen habe hierfür „bereits einen überdurchschnittlichen Beitrag geleistet“.
Werden die Erzeugungsziele nicht erreicht, besteht die Gefahr von Wildwuchs, befürchtet Fullmann. Er appelliert an die Landesregierung, die Privilegierung für Windkraftanlagen im Baugesetzbuch oder in der Landesbauordnung kritisch zu prüfen und die Entscheidungshoheit zurück in die Hand der Menschen vor Ort zu legen.
Sorge bereitet Fullmann zudem auch die Nordhäuser Talsperre, als älteste Trinkwassertalsperre in Thüringen. Sie staut das Wasser des Krebsbachs und dient der Trinkwasserversorgung für die umliegende Region. „Windräder verlieren erwiesenermaßen Farbpartikel aus ihren Korrosionsschutzbeschichtungen“, sagt Fullmann. „Die Frage, ob die Partikelemissionen negative Effekte auf die Umwelt haben, lässt sich mit bisherigen Studien noch nicht beantworten.“ Die zuletzt vorgelegte Studie der TU Braunschweig habe bestätigt, dass dringender Forschungsbedarf besteht.
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Es sei „vorher auszuschließen, dass wir künftig mit verunreinigtem Trinkwasser kämpfen müssen“, fordert Fullmann. „Den Rucksack dürfen wir unseren zukünftigen Generationen nicht vorsätzlich aufsetzen.“ red




