Die letzte Honig-Ernte steht an. Die Sommer-Tracht geht bereits im Juli zur Neige. Dieser Monat ist spannend für alle Südharzer Imker. Unmittelbar mit dem Schleudern des letzten Honigs fällt der Startschuss für die Einfütterung der Bienenvölker. Es ist wichtig, den Bienen ausreichend Futtervorräte für die kalte Jahreszeit anzulegen, da sie dann nicht mehr ausreichend Nektar sammeln können.

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Auch die Varroa-Behandlung folgt demnächst. Damit die Bienen gesund bleiben, muss die Varroamilbe bekämpft werden. „Es gibt also noch einmal viel zu tun“, blickt Thomas Soszynski von der Südharzer Imkergemeinschaft auf die kommenden Wochen.
Die Linde ist durch. Sie bildet mit Phacelia und Sonnenblume im Sommer den Hauptanteil der Bienenweide im Südharz. Für einige Imker besteht jetzt noch die Möglichkeit, von den Sonnenblumenfeldern zu profitieren. „Sonst gibt es kaum noch ergiebige Futterquellen für die Honigbiene“, bedauert Soszynski. Deshalb wird es Zeit, den vom Imker den Bienen „gestohlenen“ Honig durch Futter zu ersetzen. Diese Arbeiten ziehen sich bis in den September hinein. Den gereichten Futtersirup müssen die Bienen verarbeiten, haltbar machen und einlagern, damit die Völker im Winter ausreichend versorgt sind.
Blühende Wiesen und Wegränder haben wieder zugenommen
In der zweiten Juli-Hälfte wird es auch Zeit, mit der Bekämpfung eines der gefährlichsten Feinde der Biene, der Varroamilbe, zu beginnen. „Das ist erst nach der letzten Honig-Ernte möglich, da der Honig ja nicht mit den zu verabreichenden Medikamenten belastet sein soll“, erklärt Soszynski.
Die Bienen brüten zurzeit im Kreis Nordhausen noch recht fleißig und freuen sich über jede Blüte, die in der Nähe des Bienenstandes oder im näheren Umfeld angeflogen werden kann, berichtet der Fachmann. Es sei schön, dass die intensive Öffentlichkeitsarbeit der Imkergemeinschaft in den vergangenen Jahren und die vielen Aufklärungsaktionen über den drastischen Rückgang der Insekten in großen Teilen der Bevölkerung ein Umdenken anstoßen.
„In vielen Regionen sieht man in jüngster Zeit wieder mehr blühende Wiesen und Wegränder“, freut sich Soszynski. Viele Kleingärtner sind dazu übergegangen, Randstreifen oder Ecken in ihren Gärten nicht mehr wöchentlich zu mähen, sondern abzuwarten, bis die Gräser und Wildblumen abgeblüht sind.
Im Juli spenden schließlich verschiedene Kleearten, der Faulbaum und die Brombeere noch wertvolle Nahrung für die Bienen und andere Insekten. Vielerorts haben sich auch die Schneebeere und Spiersträucher in das bunte Bild der Sommerblüten zurückgekämpft.
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Das gesteigerte Interesse an Insekten im Allgemeinen und der Honigbiene im Besonderen wird von den Imkern wohlwollend zur Kenntnis genommen. Deshalb laufen im Verein der Südharzer Imkergemeinschaft zurzeit Vorbereitungen für einen Schnuppertag, der im Oktober stattfinden soll, und für einen neuen Imkerei-Anfängerkurs, dessen Start für den Januar 2026 geplant ist. red




