Während die Stadt Nordhausen mit dem Gedanken spielt, ein neues Vereinshaus im ehemaligen Waisenhaus für viel Geld zu sanieren, werfe dies Fragen nach der Unterstützung und Weiterentwicklung bereits bestehender Strukturen auf, meinen Anja Barth und Christoph Rode vom Kreisjugendring. Die beiden denken dabei vor allem an das Jugendclubhaus, das seit 2021 offiziell als Vereinshaus fungiert. Und das habe sich längst als zentrale Anlaufstelle für die Vereinslandschaft der Stadt etabliert.

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Das Jugendclubhaus biete rund 50 Vereinen und Initiativen flexible Räume zu guten Konditionen. Es sei ein bewährter Treffpunkt, der aktiv die Vereinsarbeit unterstützt. „Doch während hier fortlaufend vom Betreiber Angebote entwickelt werden, verhält sich die finanzielle Unterstützung der Kommune eher gleichbleibend – und scheinen die Pläne des Stadtrates in eine andere Richtung zu gehen“, beklagt Clubhausleiter Christoph Rode.

Es scheint, als würde der Stadtrat an funktionierenden Konzepten vorbeischauen und stattdessen teure neue Projekte priorisieren.

Christoph Rode, Leiter des Jugendclubhauses

Ein wesentlicher Kritikpunkt ist die fehlende Weiterentwicklung der vorhandenen Vereinsstruktur im Jugendclubhaus durch die Stadt. Das Vereinshaus (ehemals Thomas-Mann-Haus) sei ursprünglich mit der Unterstützung des Kreisjugendrings aufgebaut worden und habe sich zu einem eigenständigen und florierenden Zentrum entwickelt. „Es mutet paradox an, dass eine Struktur, die sich bewährt hat und von Ehrenamtlichen getragen wird, nun zugunsten eines kostspieligen Umbaus im Waisenhaus in den Hintergrund rückt“, meint Anja Barth.

Geht Clubhaus leer aus, wenn Waisenhaus saniert wird?

Die Betreiber des Clubhauses können nicht nachvollziehen, warum die Stadt ein altes Haus für viel Geld zum Vereinshaus sanieren möchte, anstatt die bestehenden Strukturen im Jugendclubhaus zu fördern. „Warum werden keine zusätzlichen Gelder in das bestehende Clubhaus investiert, das bereits seit 2021 als Vereinshaus dient und sich täglich bewährt?“, fragt sich Rode.

Die Betreiber sind der Überzeugung, dass diese Mittel sinnvoller in die Modernisierung und den Ausbau des Clubhauses fließen sollten, um den über 50 Vereinen und Initiativen weiterhin optimale Bedingungen zu bieten sowie das Ehrenamt weiter auszubauen und zu fördern. Zumal auch die Ehrenamtsagentur ihren Sitz in dem Haus hat. Eine Doppelstruktur würde nicht nur Ressourcen unnötig binden, sondern auch vorhandene Synergien schwächen.

Diese Situation werfe eine grundlegende Frage auf: Warum werden keine vorhandenen Strukturen unterstützt, die sich in der Praxis bewährt haben und einen direkten Mehrwert für die Gemeinschaft schaffen? Es scheine, meint Rode, als würde der Stadtrat an funktionierenden Konzepten vorbeischauen und stattdessen teure neue Projekte priorisieren, deren Notwendigkeit angesichts der bestehenden Angebote fraglich ist.

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Die Betreiber des Clubhauses betonen, dass ihr Ziel sei, gemeinsam mit der Stadt die Vereinsarbeit in Nordhausen nachhaltig zu fördern – durch Kooperation, Vernetzung und den Ausbau bestehender Strukturen. Das Clubhaus stehe als moderner, offener und lebendiger Ort bereit, um Vereine und Ehrenamtliche bestmöglich zu unterstützen. „Es bleibt abzuwarten, wie die Stadtverwaltung auf diese Einwände reagieren wird und ob die Pläne für das Waisenhaus überdacht werden“, sagt Christoph Rode. red