Die Freude ist groß. „Es fühlt sich noch wie ein Traum an – und doch ist es wahr“, meint Regina Englert, Sprecherin des Südharzer Kirchenkreises. Es kommt völlig überraschend. Nach mehr als 80 Jahren kehrt eine verschollen geglaubte Glocke in den Turm der Sankt-Johannis-Kirche in Nohra zurück.

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„Die Freude ist unbeschreiblich“, sagt Ruth Stamm, Vorsitzende des Gemeindekirchenrates 7-Kirchen-Wipperdorf. Am Sonntag, 14. September, kommt die Glocke wieder nach Hause.
Ein letztes Geheimnis der Glocke wird wohl für immer bleiben
Die Glocke, gegossen im Jahre 1503, war jahrzehntelang unerkannt Teil eines Glockenlagers auf dem Johanniskirchhof in Magdeburg. Erst durch eine Anfrage im Stadtrat sowie nach akribischen Recherchen und Expertisen wurde ihre Herkunft jetzt entschlüsselt: Die Inschrift „Sankt Johannis – Anno domini MCCCCCIII – Hilf got maria berot“ führte zurück in den Südharz nach Nohra.
„Die Formulierung ist typisch für das untere Eichsfeld und die angrenzenden Regionen – und passt auch zeitlich zur fehlenden Glocke der Johanniskirche“, meint Regina Englert. Zudem fügt sich die Glockenkrone exakt in das bestehende Holz-Joch des Glockenstuhls. Fachleute und der Magdeburger Stadtrat sind sich einig: Diese Glocke gehört nach Nohra.
Dass sie verloren ging, daran war der Zweite Weltkrieg schuld. Die Glocke wurde vor 82 Jahren nach Hamburg gebracht, um dort eingeschmolzen und zu einer tödlichen Waffe zu werden. Aber aus bisher unerfindlichen Gründen ist sie diesem Schicksal entgangen und hat den Krieg überlebt. Wie sie dann aber nach Magdeburg gekommen ist, bleibt ein Geheimnis.
Dass die vermisste Glocke wiederentdeckt wurde, ist erstmals am Heiligabend des vergangenen Jahres in Nohra öffentlich verkündet worden. Für einige Dorfbewohner wirkte dies damals wie ein Weihnachtswunder.
Kirche lädt ein zu einer Andacht und Besichtigung der Glocke
Am Sonntag, 14. September, um 15 Uhr wird die Glocke mit einer Andacht auf dem Kirchhof von Sankt Johannis in der Dorfstraße feierlich begrüßt – passend zum Tag des offenen Denkmals. Die Mitglieder der Nohraer Kirchengemeinde freuen sich auf zahlreiche Gäste, die diesen besonderen Moment miterleben möchten. Im Anschluss gibt es Kaffee und Kuchen.
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Nach der Begrüßung wird die Glocke zu einer Restaurierung gebracht. Diese Arbeiten leisten Spezialisten in Kölleda – und zwar in der Firma Glocken & Turmuhren Christian Beck. „Die Kirchengemeinde bemüht sich derzeit um Fördermittel und freut sich über jede Unterstützung“, erkärt Regina Englert. Spenden sind herzlich willkommen. red




