Dicke Brieftasche trifft auf dünnes Portemonnaie. Das gilt auch im Kreis Nordhausen. Aber: Wie viele Millionäre gibt es hier eigentlich? Jens Löbel, Regionalchef der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) hat die Antwort. Bei seinen Zahlen beruft er sich auf aktuelle Angaben des Thüringer Landesamtes für Statistik.

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Demnach leben im Kreis Nordhausen sechs Einkommens-Millionäre. Ihnen stehen hier rund 6010 Bürgergeld-Empfänger gegenüber. „Krasser geht es nicht“, meint Löbel. „Die einen müssen jeden Euro dreimal umdrehen. Die anderen wissen nicht, wohin mit ihrem Geld.“
Unter den Bürgergeld-Empfängern sind viele Arbeitslose und Alleinerziehende. Und: Allein rund 2020 Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren leben nach Angaben der Gewerkschaft in Haushalten, die Bürgergeld beziehen.
Es ist unsozial und unfair, denen noch etwas wegnehmen zu wollen, die sowieso wenig haben.
Jens Löbel, Regionalchef der Gewerkschaft NGG
„Wer im Kreis Nordhausen auf Bürgergeld angewiesen ist, der droht jetzt noch tiefer in die Armut zu rutschen“, sagt Jens Löbel. Grund seien Pläne zur Bürgergeld-Kürzung. „Die Bundesregierung will damit Menschen zwingen, den Gürtel noch enger zu schnallen. Dabei ist das letzte Gürtelloch längst erreicht. Gerade auch bei den Aufstockern: Bei Menschen also, die für einen Niedriglohn arbeiten und Bürgergeld als Ergänzung zum Lohn dringend brauchen, um überhaupt über die Runden zu kommen“, so der Gewerkschafter.
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Die Gewerkschaft warnt die Bundespolitiker vor Einschnitten beim Bürgergeld. Schon die Ankündigung, beim Bürgergeld eine Nullrunde zu fahren – also keinen Inflationsausgleich zahlen zu wollen, bedeute ein reales Minus von rund fünf Prozent. „Letztlich ist jede Kürzung beim Bürgergeld mehr oder weniger eins zu eins auch das Geld, das weniger ausgegeben wird – das also im Kreis Nordhausen als Kaufkraft fehlt“, betont Löbel. red




