Das Handwerk hat Zukunft. Da ist sich Christoph Becker (30) ganz sicher. Der Zimmermann liebt seinen Beruf. Er brennt für den Job. „Manchmal führen Umwege direkt ins Herz“, sagt er. Sein Weg ist besonders und das erste Etappenziel vielversprechend: Christoph gründet in Niedersachswerfen seinen eigenen Betrieb.

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Der Beginn seines beruflichen Weges liegt mehr als zehn Jahre zurück. Sein Startpunkt ist das Herder-Gymnasium in Nordhausen. Christoph hat das Abitur in der Tasche. Die Welt steht ihm offen. Zu studieren fühlt sich aber nicht richtig an. Der Sachswerfer entscheidet sich stattdessen für den freiwilligen Wehrdienst. Sechs Jahre bleibt er bei der Bundeswehr.
Die große Liebe hat einen Namen: Geraldine. Sie gewinnt sein Herz und lockt ihn nach Neustadt. Ein Töchterchen (5) vollendet das Glück. Die junge Familie baut sich ein Nest im Luftkurort. Die Verbundenheit schlägt Wurzeln. Und während Christoph beim eigenen Hausbau begeistert mit anpackt, entdeckt er seine Leidenschaft für Holz. Es ist ein schicksalhafter Moment.
Mit Leidenschaft und Mut lässt sich viel bewegen.
Christoph Becker, Zimmermann
Schon als Kind beschäftigt er sich gern handwerklich. Er hat‘s im Blut – mit dem Opa als Dreher und dem Vater als Kfz-Mechaniker. Das Naturtalent steckt von klein auf in ihm. Doch jetzt bricht es heraus. Und Christoph spürt: Holzbau – das ist es. Die Welt des Tischlers kommt ihm noch zu klein vor. Er strebt nach Größerem: Zimmermann entpuppt sich als Traumberuf.
Seine Lehrzeit dauert zwei Jahre. Er verbringt sie in der Holzbau-Werkstatt von Steffen Mautschke in Silkerode. Der Eichsfelder Chef ist ein Glücksgriff. Christoph lernt viel von ihm. Als Geselle führt ihn der Weg nach Ilfeld zum Holzbaubetrieb von Norbert Schmidt. Weitere zwei Jahre ziehen ins Land. Der Neuling erweitert seine praktischen Fähigkeiten. Und in seinem Kopf reift der Gedanke der Selbstständigkeit. Stück für Stück nähert er sich diesem Ziel.
Der Start muss sauber sein. Das ist ihm wichtig – und es gelingt ihm auch tatsächlich. Pragmatische Struktur, berufliches Netzwerk und erste Aufträge. Als Firmen-Standort erwirbt er ein geschichtsträchtiges Gebäude an der Rudolf-Breitscheid-Straße seines Heimatdorfes. Im Erdgeschoss hat ein ambulanter Pflegedienst vom Deutschen Roten Kreuz (DRK) seinen Platz. Das Obergeschoss ist eine Familienwohnung. Einen Anbau auf dem Hof nutzt Christoph als Werkstatt. Das Fachwerkhaus ist vielen Sachswerfern noch als früherer Firmensitz der Holz-Bednarzik GmbH bekannt.

Christoph nennt seinen neuen Betrieb „CB Haus & Holz“. Er führt das alte Handwerk ins 21. Jahrhundert: Tradition trifft Moderne. Auch der Holzbau verändert sich. Vom Dach bis zur Terrasse. Aktuell konzentriert er sich auf Carports, Fassaden-Arbeiten, kleinere Anbauten, Fußböden und Innenausbau.
Die Zimmerei ist ebenso vielseitig wie abwechslungsreich. Das mag Christoph sehr. Ebenso die Arbeit an der frischen Luft. Auf seinen Start blickt er voller Zufriedenheit. „Den habe ich mir schwieriger vorgestellt“, sagt er. Hier eine Holzfassade, dort eine Überdachung – die Aufträge lassen nicht lange auf sich warten.
Christoph kennt keinen Stillstand. Parallel zum Firmen-Aufbau macht er sich auf den Weg zum Meisterbrief. Die Familie ist sein wertvolles Rückgrat. Und Christoph weiß, welchen Schatz er mit Geraldine hat: „Es geht nur, wenn die Partnerin mitzieht.“
Der 30-Jährige hat weitere Ziele fest im Visier. Mit Eifer und Vernunft soll seine Firma wachsen. Schritt für Schritt will er den Betrieb auf ein noch stärkeres Fundament stellen. „Dachstühle und Fachwerkbau folgen erst nach dem Erlangen meines Meistertitels“, blickt er voraus. Dann will er auch Mitarbeiter einstellen, ebenso Lehrlinge.
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Christoph glaubt fest an die Zukunft des Handwerks. „Mit Leidenschaft und Mut lässt sich viel bewegen.“ Aber es müsse attraktiv sein, meint er. „Vieles liegt an den Firmen selbst“, weiß er, „auch das Zwischenmenschliche muss stimmen.“ Sein persönliches Ziel fasst er in Worte: Sein Unternehmen soll ein Handwerksbetrieb sein, „der nicht nur baut, sondern Werte schafft, die vor allem nachhaltig sind“. Holz ist sein Element.





