Viele ältere Südharzer – vor allem jene mit IFA-Hintergrund – erinnern sich noch an die Halle 300 auf dem Gelände der ehemaligen IFA-Motorenwerke in Nordhausen. Nach dem Ende der DDR war irgendwann auch die Halle leer. Erst im Jahr 1993 zog mit der Firma Thimm Service GmbH & Co. KG wieder industrielles Leben ein. Ein Jahr später begann die Produktion von Verpackungen auf einer Fläche von 1400 Quadratmetern mit sieben Mitarbeitern.

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Aus den Anfängen entwickelte sich ein Unternehmen, das am Hüpedenweg mittlerweile auf 60.000 Quadratmetern als Tricor Packaging Systems GmbH firmiert. Nordhausen hat sich zwischenzeitlich zum Headquarter des Geschäftsbereichs der Multi-Material & Service Division mit verschiedenen Standorten deutschlandweit entwickelt.

Als Spezialist für industrielle Verpackungslösungen ist der Nordhäuser Betrieb Teil der europaweit agierenden Tricor-Gruppe, die wiederum zum weltweit handelnden Rengo-Konzern gehört. An den nun vier Werksbereichen in Nordhausen haben fast 400 Mitarbeiter eine Beschäftigung gefunden.

Bei aller Internationalität sind wir auch in der Region verwurzelt.

Steffen Appenrodt, Werkleiter bei Tricor Packaging Systems in Nordhausen

Hier geht es längst nicht mehr um einfache Verpackungen aus Wellpappe, hier werden komplette Logistikkonzepte mit Multimaterialeinsatz erarbeitet, die speziell auf die jeweiligen Kunden zugeschnitten sind, um allen notwendigen rechtlichen und technischen Herausforderungen gerecht zu werden. „Nachdem der Kunde uns die notwendigen Informationen zu seinem Erzeugnis oder Produkt vorgestellt hat, kümmern wir uns darum, dass es sicher verpackt wird, transportiert und beim Endkunden letztlich auch wieder leicht ausgepackt werden kann”, fasst es Werkleiter Steffen Appenrodt zusammen.

So wird zum Beispiel ein Dialysegerät in einer Klinik oder einer Arztpraxis so verpackt angeliefert, dass es das Pflegefachpersonal mühelos mittels eingebauter Rampen- und Schienentechnik aus dem Karton herausrollen kann.

Die Experten in Nordhausen haben unter anderem eine Verpackung, sogenannte Großladungsträger (GLT), für Motorräder entwickelt, die zum Beispiel neben den komplexen Sicherheitsbestimmungen für einen Überseetransport auch mit den klimatischen und meteorologischen Bedingungen in Containern zurechtkommen muss. Am Standort Nordhausen setzt das Unternehmen auf ein starkes Team erfahrener Entwicklungsexperten und betreibt zudem mehrere hochmoderne Prüflabore und Testkammern, um die klimatischen Bedingungen eines Überseetransportes zu simulieren.

Eigengewächse finden Weg aus der Produktion an den Computer

Personalleiter Sebastian Mucha, ebenso wie Appenrodt ein echter Nordhäuser, sieht es als Erfolg, dass in dem Entwicklungsteam zahlreiche Eigengewächse zu finden sind, die ihren Weg aus der Produktion heraus an den Computer gefunden haben.

Momentan befinden sich zwei junge Leute in einer Ausbildung. „Wir werden zukünftig auch die Kapazitäten für bis zu zehn Ausbildungsplätze schaffen und dies sowohl im gewerblichen als auch im kaufmännischen Bereich”, berichtet Mucha und verweist auf das soziale Engagement des Unternehmens. Das reicht von der Unterstützung von Sportvereinen, anderen gemeinnützigen Vereinen, über die Nordhäuser Tafel bis hin zur Ausstattung von Schulen mit Sitzmöbeln. Natürlich aus Wellpappe. Auch in die Vorbereitung der Nordhäuser 1100-Jahr-Feier ist Tricor eingebunden.

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Jetzt hat sich das Unternehmen am Hüpedenweg auch zum Nordthüringer Unternehmerverband bekannt. „Wir beschreiten damit innerhalb unserer Gruppe ein Stück Neuland, wollen aber mit dieser Mitgliedschaft nicht nur die bestehenden Netzwerke nutzen und neue Kontakte knüpfen, sondern in erster Linie dokumentieren, dass wir – bei aller Internationalität – in der Region verwurzelt sind”, betont Werkleiter Steffen Appenrodt. red