Die Zahl der ambulanten Operationen ist im Südharz-Klinikum in Nordhausen in den zurückliegenden zwölf Monaten sukzessive angestiegen und wird weiter ansteigen, berichtet Torben Glatz, Chefarzt der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie. Dies stößt bei vielen Patienten auf Irritationen, da diese Operationen in der Vergangenheit regelhaft stationär durchgeführt wurden und Sorgen vor möglichen Komplikationen bestehen.

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Hintergrund und Treiber dieser Entwicklung sind die Vorgaben der Krankenkassen, die Kliniken bundesweit zu ambulanten Eingriffen drängen, meint der Chefarzt. Er nennt ein Beispiel: Ein junger Mann, so um die 30 Jahre, kommt mit einem Leistenbruch ins Klinikum. Bislang verweilte der Patient zwei bis drei Tage stationär im Krankenhaus. Aktuell begibt er sich in die Außenstelle des Klinikums in der Nordhäuser Behringstraße um 9 Uhr zum OP-Termin und kann am Nachmittag die Räume wieder verlassen.

Wir steuern in unserem Haus nicht primär nach dem finanziellen Erlös, sondern nach dem jeweiligen Bedarf.

Guido Hage, Geschäftsführer des Südharz-Klinikums

„Wir Mediziner schauen uns dabei wie immer jeden Patienten sehr genau an und entscheiden nach reiflicher Überlegung, welche Art des Aufenthaltes möglich und notwendig ist“, erklärt Torben Glatz. „Die Leistungen, die wir im ambulanten OP-Bereich erbringen, stehen denen im stationären Umfeld qualitativ nicht nach. Im Nachgang einer erfolgreichen ambulanten OP sind Mediziner des Klinikums rund um die Uhr für die entlassenen Patienten erreichbar.“

Wir wollen unsere stationären Ressourcen den Patienten zur Verfügung stellen, die sie wirklich brauchen, und allen anderen einen möglichst reibungslosen ambulanten Eingriff ermöglichen.

Torben Glatz, Chefarzt der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie

„Wir können uns dem finanziellen Druck der Kassen nicht entziehen, die eine Verkürzung der Verweildauer zur Folge haben“, sagt Klinik-Geschäftsführer Guido Hage. „Wir steuern in unserem Haus nicht primär nach dem finanziellen Erlös, sondern nach dem jeweiligen Bedarf. Wir nehmen deshalb auch schon mal ein temporäres Defizit in Kauf, weil wir wirtschaftlich in der Lage sind, dies kurzfristig wieder auszugleichen.“

Südharz-Klinikum
Torben Glatz ist Chefarzt der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie am Südharz-Klinikum in Nordhausen.© Kerstin Garke

Für den Chefarzt Glatz kommt der Trend zu mehr ambulanten Eingriffen zur rechten Zeit. Denn in seinem Verantwortungsbereich hat sich die Zahl der zu operierenden Patienten mit onkologischen Diagnosen von 2022 bis 2025 verdoppelt.

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„Es spricht sich über Nordthüringen hinaus herum, dass unser Krankenhaus nicht nur über das notwendige Personal und die entsprechende Technik wie die zwei OP-Roboter, sondern auch über geprüfte und anerkannte Zentren verfügt, die in einem Netzwerk für Onkologie zusammengeführt werden“, betont Glatz. „Wir wollen unsere stationären Ressourcen den Patienten zur Verfügung stellen, die sie wirklich brauchen, und allen anderen einen möglichst reibungslosen ambulanten Eingriff ermöglichen.“ red