Er hallt nach – dieser Donnerstag. Das Geschehen vor der Wiedigsburg in Nordhausen erregt die Gemüter.
Der Ausgangspunkt war ein Infostand der AfD vor dem Herder-Gymnasium. Gleichzeitig formierte sich ein Gegenprogramm. Dieses habe eine Eltern-Initiative organisiert, berichten die Teilnehmer. Sie wollten, so betonen sie, den „faschistischen Inhalten der AfD mit einem bunten Protest entgegentreten“.

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An einem Wohnhaus an der Wiedigsburg brachte man Transparente und Plakate an. Die Aktion der Eltern-Initiative sei nach deren Angaben „auf die Interessen von Kindern und Jugendlichen abgestimmt“ worden. Zum einen gab es Eiswagen, Limo und Spiele, zum anderen auch Angebote zur politischen Teilhabe.
Linke Demonstranten fühlen sich unterdrückt und kriminalisiert
Der AfD-Kreisverband erklärt zum Hintergrund seines Infostandes: „Wir geben den jungen Menschen die Gelegenheit, sich ein objektives Bild von unserer Partei, von uns als Menschen und unserer Programmatik zu machen.“
Während der „Stand einer verfassungsfeindlichen Partei“ unbehelligt blieb, seien „Meinungsäußerungen mit linker Botschaft unterdrückt und kriminalisiert“ worden, beklagen die Gegendemonstranten. Schließlich sei ihnen das Musikspielen und Flyerverteilen untersagt sowie die Anmeldung einer Spontanversammlung abgelehnt worden.
Als Reaktion auf die Ablehnung ist ein Mann mit Klettergeschirr, Musikbox und Megafon auf einen Baum gestiegen. Er wollte seiner Wut gegen die Einschränkungen lautstark Ausdruck verleihen.
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Polizei greift bei Baumkletter-Protest hart durch
Die Gegendemonstranten fühlen sich von der Polizei ungerecht behandelt. Sie berichten von einer Polizeikette, die „willkürliche Vorgaben“ umgesetzt habe.
Mehrmals ist der Baumkletterer aufgefordert worden, seine Position zu verlassen. Er weigerte sich. Deshalb bat die Polizei die Feuerwehr um Amtshilfe. Im Förderkorb der Drehleiter begaben sich Polizisten zum Kletter-Aktivisten. Was dort in luftiger Höhe geschah, bewerten die Gegendemonstranten mit den Worten „fahrlässig“ und „gefährlich“.
Mindestens eine verletzte Person soll es gegeben haben
Außerdem wird der Polizei vorgeworfen, den Garten des Wohnhauses „gestürmt“ zu haben, obwohl dort auch Minderjährige waren. Die Gesetzeshüter sollen Gewalt angewendet haben – „in Form von Schubsen, Schlagen und Treten“. Auch Pfefferspray sei zum Einsatz gekommen. Es habe mindestens eine verletzte Person gegeben.
Die AfD wiederum bezeichnet die Gegenprotestler als „linke Fanatiker, deren Toleranzgrenze an der Meinung anderer endet, die sich in Baumwipfeln anbinden und von dort Beleidigungen gegenüber der Polizei, der Feuerwehr und uns skandieren und von dort aus mit dem Megafon ihre kruden Thesen verbreiten“.
Polizei ermittelt nach vier Verstößen gegen geltende Gesetze
Das Recht auf Versammlungs- und Meinungsfreiheit sei „seitens der Polizei und der zuständigen Behörde mit Füßen getreten“ worden, beklagen die betroffenen Gegendemonstranten. Zudem habe die Feuerwehr unnötigerweise ihre Ressourcen verschwendet.
Wie ein Sprecher der Landespolizei-Inspektion erklärt, haben die Beamten vor Ort vier Verstöße festgestellt. Sie ermitteln jetzt u.a. wegen Beleidigung und Widerstand gegen die Staatsgewalt.
Politische Sprühfarbe sorgt für Polizeieinsatz vor Wiedigsburg
Bereits am Abend zuvor gab es vor der Wiedigsburg einen Einsatz der Gesetzeshüter. Die Polizei spricht von einer Sachbeschädigung. Drei Personen im Alter von 21 bis 27 Jahren, sollen politische Statements mit Farbspray auf dem Gehweg hinterlassen haben. Die Gegendemonstranten berichten: Es sei lediglich „leicht abwaschbare Sprühkreide“ gewesen. Ihre schriftlichen Botschaften waren „FCK AFD“ sowie „Gegen Nazis“. Zeugen haben dies der Polizei gemeldet, die wiederum die Feuerwehr bat, den Gehweg von der Kreide zu befreien.
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Trotz allem meinen die Gegendemonstranten: Für die AfD sei der Tag ein Reinfall gewesen. „Die allermeisten Schüler mieden ihren Stand oder schlossen sich dem Gegenprotest an. Daher war der Gegenprotest mit seinen vielfältigen Aktionsformen ein voller Erfolg.“
red





