Nachdem in den Nordhäuser Stadtteilen Ost und Nord große Freizeitanlagen für Kinder und Jugendliche entstanden sind, soll Ähnliches in der westlichen Unterstadt folgen. „Wir müssen dort etwas tun“, weist der im Rathaus zuständige Sachgebietsleiter Steffen Meyer auf die Dringlichkeit hin. Denn das Areal westlich der Grimmelallee bis nach Niedersalza im Süden ist ein weißer Fleck, schaut man auf das Netz der immerhin 46 städtischen Spielplätze und Freizeitanlagen. Und das, obwohl ausgerechnet in diesem Stadtviertel überdurchschnittlich viele Kinder leben.

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Die Fachleute im Rathaus haben längst konkrete Ideen. Es soll eine Freizeitanlage für alle Altersgruppen sein. Und er soll auch von Menschen mit Beeinträchtigungen wie Rollstuhlfahrern genutzt werden können: „Es sollte unser Anspruch als Oberzentrum sein, Inklusion mitzudenken“, betont Bürgermeisterin Alexandra Rieger (SPD).

Mit der Nordthüringer Lebenshilfe gab es erste Gespräche. Wobei der Platz nicht an deren Areal in der Straße der Genossenschaften entstehen muss. Über eine tatsächlich in Betracht kommende Fläche sagt Meyer noch nichts. Fakt ist, dass der Stadt kaum welche in der westlichen Unterstadt gehören. Der Spielplatzkonzeption aus dem Jahr 2012 zufolge hatte sie sich allerdings vor Jahren schon für einen Spielplatzbau ein Grundstück nahe der Kreuzung von An der Bleiche und Hesseröder Straße gesichert. Diese Fläche wiederum wollte die Stadt jüngst verkaufen.
„Spielraumkonzept 2040“ soll erstellt werden
Im Stadtteil Ost entstand 2023 für rund 640.000 Euro neben dem Sportplatz ein Spielplatz, der weit über einen Platz mit Sandkasten und Rutsche hinausgeht. Es locken auch Tischtennisplatten, Tampenschaukel, Trampoline, Slackline, eine Seilbahn und Fitnessgeräte. Im Stadtteil Nord flossen 440.000 Euro in den „Nordpark“, ein Platz mit Balancier- und Klettermöglichkeiten, Spiel- und Liegewiese, Riesenschaukel, Fitnessgeräten und einer Scooter-Strecke.
Die zwei „Leuchttürme“ ragen heraus. Wie die Nordhäuser Spiel- und Freizeitplatz-Landschaft perspektivisch aussehen soll, soll bis Ende 2027 ein neues Konzept beantworten. In den Blick nehmen wollen Meyers Kollegen gemeinsam mit externen Experten den Zeitraum bis 2040. Was ist vorhanden? Was braucht es? Wie lassen sich einzelne Spiel- und Freizeitplätze weiterentwickeln? Wo wären zusätzliche Anlagen gut, welche braucht es nicht? Und wie viel Geld wäre dafür nötig? Das sind die Leitfragen, die das Konzept beantworten soll.
Spielplätze braucht es auch für Ältere
Bislang sind die meisten Spielplätze für die bis Sechsjährigen gedacht. Dass soll sich ändern: „Wir wollen gern generationenübergreifend arbeiten“, formuliert es Sven Gerwien vom Sachgebiet Grünordnung im Rathaus. Von einem Planungsbüro erhofft sich die Verwaltung innovative Lösungsansätze. Dieses zu beauftragen, ist möglich dank 25.000 Euro dafür im städtischen Haushalt.
Wir wollen gern generationenübergreifend arbeiten.
Sven Gerwien, Mitarbeiter im Sachgebiet Grünordnung im Rathaus
In der ersten Hälfte des nächsten Jahres sollen auch die Nordhäuser selbst ihre Ideen und Wünsche einbringen können. Stadtentwicklungsausschuss-Chef Pascal Leibbrandt (Grüne) begrüßt dies. Doch betont er: „Diese Öffentlichkeitsbeteiligung darf aber nicht abends 19 Uhr im Rathaus stattfinden. Lasst uns lieber auf den Spielplätzen mit den Eltern ins Gespräch kommen.“ Meyer zufolge hatten sich vor Jahren auch Umfragen bei Eltern in Kindergärten und Schulen bewährt.
In ihm und Sven Gerwien hat die Stadt beharrliche Streiter für die Interessen der Kinder: „Bedarfsgerechte und sichere Spiel- und Bewegungsräume sind ein wesentlicher Baustein der Daseinsvorsorge“, meint letzterer und verweist auf das Ziel der Stadt, Familien und Fachkräfte anziehen und binden zu wollen. Außerdem würden solche Angebote soziale Spannungen reduzieren, Teilhabe fördern und langfristig die Kosten im Sozial- und Gesundheitssektor senken.
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Niedersalzaer Spielplatz wird weiter ausgebaut
Bereits beschlossene Sache ist der Ausbau des Spielplatzes an der Niedersalzaer Grundschule als öffentlichen Spielplatz für alle, auch außerhalb der Unterrichts- und Hortzeiten. Jahrelang gab es für die Kinder des mehr als 100 Einfamilien- und Doppelhäuser umfassenden Wohngebiets nur am Schwalbenweg eine Schaukel, eine Wippe, eine Balancierstrecke.









