Wir vom Landesverband der Pflege- und Adoptivfamilien Thüringen e.V. haben lange überlegt, ob wir diese Feierstunde durchführen, wie wir das machen und ob wir die Kraft im Moment dazu haben. Der Verlust unserer mehr als 20 Jahre tätigen Vorsitzenden, Vera Schade aus Wenigensömmern, steckte allen noch in den Gliedern. Aber Frau Schade würde von ihrer Wolke herunterrufen, so wie sie es auch im Leben gemacht hat: „Wir schaffen das, haben es immer geschafft.“

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Am Samstag, den 21. Juni, konnten wir daher im „Alten Gutshaus“ in Tunzenhausen viele Gäste, unter anderem unseren Bürgermeister Herrn Hauboldt, Frau Vorphal (erzieherische Hilfen, Abteilung Landesjugendamt im Thüringer Ministerium für Bildung, Jugend und Sport), verschiedene Thüringer Jugendämter und auch unser örtliches Jugendamt, vertreten durch Frau Ermich und Frau Gautsch, mit dem wir viele Familienbildungen in Kooperation durchführten, begrüßen. Auch andere Ehrengäste und natürlich unsere Mitglieder, die uns als Vorstand den Rücken stärken.

Bei der Rede des Landesverbandes zur Eröffnung, aber auch der Ehrengäste, konnte man den Stolz auf das Erreichte, aber auch die große Verantwortung der Pflege- und Adoptivfamilien spüren. Viele Projekte der vergangenen Jahre, seien es Großveranstaltungen, Erstellen von Fachbroschüren oder das Erarbeiten von Stellungnahmen zu Gesetzesänderungen, fanden ihren Platz in der Rückschau.

Verstorbener Vorsitzenden gedacht

Diese Ausdauer (manche Projekte dauerten länger als 5 Jahre) verdankten wir oftmals Frau Schade und allen, die im Hintergrund agierten. Wehe, sie hatte sich in ein Thema vertieft, dann gab es nur ein Zurück, wenn es völlig aussichtslos war. Das wissen alle, die eng mit ihr zusammengearbeitet haben. War nur ein Schimmer am Ende des Tunnels zu sehen, dann war immer Hoffnung für sie da, das Kindeswohl aller Pflegekinder zu stärken und eine Lobby für sie zu schaffen.  

„Kindern eine Zukunft geben“ – das arbeitsübergreifende Motto unseres Landesverbandes stand immer im Mittelpunkt. Alle Familienbildungen, Krisengespräche, das Erarbeiten von einheitlichen Standards in Thüringen, Podcast des persönlichen und telefonischen Beratungsprojektes, Mitarbeit in der AGENDA Pflegekinder und in der Arbeitsgruppe „Vollzeitpflege“ im Thüringer Ministerium, Gespräche in den Jugendämtern und vieles mehr drehen sich um diesen Leitspruch, also um das Kindeswohl. Das wird auch in Zukunft so bleiben.

Die Erwachsenen freuten sich nach dem Festakt auf eine tolle, aktive und kreative Fortbildung „Gelingensfaktoren für die pädagogische Begleitung von Pflegekindern“ mit der Referentin Sylvia Koppe (Bildungsforschung, Bildungsberatung). Parallel konnten wir bei sonnigem Wetter ein großes Kinderfest mit Sport, Spiel, Musik und Spaß durch finanzielle Hilfe der Stiftung Bild hilft e.V. „Ein Herz für Kinder“ Hamburg gestalten. Allein die leuchtenden Kinderaugen und das Lachen im Gesicht, den „Rucksack des Lebens“ für einige Zeit zu vergessen, war jede Organisationsmühe wert.

Auf diesem Weg möchten ich allen Organisatoren, den Festrednern, dem Bürgermeister für die Geldzuwendung, die feierliche Umrahmung der Sängerin Charleen Koch, die vielen Geschenke der Gäste, die Spenden in unserem Spendenherz, Kuchenbäcker, Salatmacher, aber auch für die musikalische Umrahmung vom DJ Naumann beim Kinderfest und die Gastfreundschaft „Altes Gutshaus“ Tunzenhausen von Herzen danken. Auch ein riesiges Dankeschön an die vielen Kinderbetreuer, die unsere Kinder von 10 bis 17 Uhr so gut behütet, gefordert, bespaßt und bei kleinen Missgeschicken getröstet haben.

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Dann auf die nächsten 30 Jahre. Ich hoffe, dass alle, die wie ich jetzt neue Verantwortungen übernommen haben, für Frau Schade ein würdiger Nachfolger für die Belange der Pflege- und Adoptivkinder in Thüringen sein können.

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