„Irgendwann mussten wir handeln“, sagt Vogelsbergs Bürgermeister Christopher Harsch (SPD). Auf dem Handy zeigt er Fotos der Straße „An der Sprötauer Klinge“. Loch an Loch, zum Teil handbreitentief, Metallstreben schauen hervor. „Das hätte uns auf die Füße fallen können“, befürchtet Harsch. Zum Glück sei bisher nichts passiert. Das kann es nun auch nicht mehr.

Alleingang kostet 80.000 Euro

Jetzt wird die Anwohnerstraße in Nähe zum Sportplatz saniert. Sie erhält für 80.000 Euro eine neue Asphaltdecke. Die Arbeiten sind angelaufen.

Garage Vogelsberg
An der Sprötauer Klinge, in der Nähe vom Vogelsberger Sportplatz, wird gearbeitet.© Funke Medien Thüringen | Armin Burghardt

„Das ist viel Geld für 70 Meter Straße und ein bisschen Vorplatz“, so Harsch, der auch um Kritik am Vorhaben weiß. Es habe auch gute Gründe dafür gegeben, alles so zu lassen, wie es war, sagt er.

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Das Thema habe schließlich eine Vorgeschichte. „Wir reden seit neun Jahren darüber“, so Harsch. „Die Frage ist, wann der Abwasserzweckverband den Kanal erneuert.“ Ein Angebot für Kanal und Decke liege lange vor. „Passiert ist seitdem aber nichts“, sagt Harsch. Der Gemeinderat habe daraufhin mehrheitlich beschlossen, zur Gewährleistung der Sicherheit den Straßendeckenbau zu beauftragen, ohne länger abzuwarten.

Risiko des erneuten Aufreißens besteht

Dafür Fördermittel zu beantragen, sei die Zeit – es war Mitte des Jahres – auch schon verstrichen gewesen. Harsch: „Uns ist klar, dass das kurzfristig das Risiko birgt, dass wir die Straße bald erneut aufreißen müssen. Das ist problematisch, aber wir haben erst einmal eine Gefahrenstelle beseitigt.“

Das Geld für die „Notsicherung“ kommt aus der Rücklage. Die ist – inklusive Haushaltsresten – mit fast 1,5 Millionen Euro in Vogelsberg einigermaßen gut ausgestattet.

Multifunktionale Perspektive für Gemeindeamt

Die Gemeinde will zudem kurzfristig in Umbauten im Gemeindeamt investieren. 40.000 Euro an Projektierungskosten stehen dafür im Haushaltsansatz.

Laut Harsch wird angestrebt, das Gebäude künftig multifunktionaler zu nutzen. Gespräche mit einem Hausarzt, der dort Sprechstunden anbieten könnte, laufen. Auch eine Nutzung durch Vereine sei – stärker in der Ortsmitte als der aktuelle Seniorentreff – denkbar. Die Idee eines Kiosk oder einer Automatenlösung stehe ebenfalls im Raum. Harsch: „Wir wollen schauen, was geht. Es kommt uns darauf an, aus den räumlichen Möglichkeiten ein Maximum herauszuholen.“

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Weiter auf dem gemeindlichen Wunschzettel stehen ein Transponder-Schlüsselsystem für alle öffentlich genutzten Einrichtungen (Kita, Feuerwehr, Bürgermeisteramt), wie es zum Teil für das Bürgerhaus schon installiert ist, und für rund 10.000 Euro ein neues Tor für das Feuerwehrgerätehaus.