„Das ist klasse!“, hält Carmen Gießler mit ihrer Begeisterung nicht hinterm Berg. Regelmäßig versorge sie sich in der Filiale der Bäckerei Höhne in der Frohndorfer Straße in Sömmerda mit Brot und Brötchen. Dass sie nun auch Platz nehmen und Kaffee und Kuchen genießen könne, sei so ganz nach ihrem Geschmack. Die Sömmerdaerin gehörte am Donnerstag mit ihrer Bekannten Renate Ernst zu den ersten Besuchern des neu eingerichteten Sitzbereiches der Filiale.

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Die Freude der Frauen hatte dabei noch einen Grund. Bedient wurden sie nämlich von einem Roboter. „Das Ding ist toll. Da muss ich Teller und Tassen nicht mühsam tragen“, hatte Carmen Geißler sofort die Vorteile der autonomen Servicekraft ausgemacht. Tatsächlich setzt das Unternehmen auf moderne Technik. „Noch ist es ein Probelauf“, berichtet Bäckermeister Silvio Höhne. Vier Wochen will das Unternehmen testen, wie das Gerät funktioniert und wie Kunden darauf reagieren.

Die Euphorie der Kinder steckte an

Auf die Idee, einen Serviceroboter einzusetzen, brachten Silvio Höhne seine Kinder. „Einer der Jungs ist sehr technikaffin. Als er erfuhr, dass es in Erfurt ein Restaurant gibt, in dem ein Roboter arbeitet, mussten wir sofort hin. Die Kinder waren Feuer und Flamme“, erzählt er. Von der Euphorie habe er sich anstecken lassen. Doch sie sei nicht der einzige Grund, auf einen Roboter zu setzen. „Für uns hat das auch betriebswirtschaftliche Gründe. Die Filiale mit Sitzbereich ist kein Restaurant. Hier Bedienung einzusetzen, rechnet sich nicht“, erklärt er.

Damit sich die Kunden an den Roboter gewöhnen, ist er gleich vom ersten Tag an im Einsatz. „Wir haben alles programmiert, so dass das Gerät jeden Tisch anfahren kann. Der barrierefreie Sitzbereich bietet sich dafür geradezu an“, sagt er. Nach einem Monat Testlauf soll die Entscheidung fallen, ob der Roboter in der Filiale einen Dauerarbeitsplatz bekommt.

Abwarten, wie Angebot genutzt wird

Platz nehmen können in dem neu hergerichteten Raum 32 Gäste. Neben Kuchen und Kaffee können Besucher hier auch Eisspezialitäten genießen. Das Eis bezieht Höhne von der Bäckerei Hengstermann aus Sondershausen. Die Speisekarte bietet auch Herzhaftes wie einen Auflauf an, den die Bäckerei selbst herstellt. Auch die Bockwurst gehöre zum Sortiment. Perspektivisch könne sich Höhne auch eine Tagessuppe vorstellen. Noch allerdings wolle er abwarten, wie das Speiseangebot angenommen wird.

Geeignet sei der Sitzbereich nicht nur für die Kaffeepause, sondern auch für kleinere Feierlichkeiten. Am kommenden Samstag zum Beispiel wird der Raum von einer Trauergesellschaft genutzt. Aber auch für Kindergeburtstage und andere Feierlichkeiten bietet sich der Bereich an.

Zufrieden ist der Bäckermeister mit dem Zuspruch. Seit der Eröffnung im Juli werde die Filiale gut angenommen. Mit dem Sitzbereich werden nun auch die Öffnungszeiten am Samstag erweitert. Besucher können bis 17 Uhr das Angebot nutzen. Ermöglicht wird dies durch neues Personal. Wie der Bäckermeister informiert, konnte er für die neue Filiale vier neue Mitarbeiter einstellen. Hinzu kommen drei weitere Kräfte in Teilzeit.

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Baulich sei noch einiges zu tun. So werde in den nächsten Tagen an der Fassade gearbeitet. Auch das Verlegen der Abwasserleitung stehe noch an. Der Terrassenbereich, der ebenfalls zur Filiale gehört, soll dann im nächsten Jahr eingeweiht werden, sagt er.