„Ein Unterstellort, wo es nicht pfeift – das wäre der Himmel“, überliefert Julius Hoffmann einen Wunsch, den eine Jugendliche aus Kölleda stellvertretend für Gleichaltrige an ihn herangetragen hat. Hoffmann leitet für den Arbeiter Samariter Bund Sömmerda das Soziokulturelle Zentrum „Altes Amtshaus“ in Kölleda. Er hat in dieser Funktion unter Jugendlichen aus Kölleda und der Umgebung eine Umfrage geführt und ausgewertet. Die Ergebnisse sind nicht repräsentativ, ergeben aber ein Bild.

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„Ein bisschen traurig“ sei er, dass sich nicht mehr Schülerinnen und Schüler der weiterführenden Schulen beteiligt hätten, erklärt Hoffmann am Dienstagabend im Stadtratsausschuss für Bildung, Soziales und Gesundheit. Gefragt hatte er an der Friedrich-Ludwig-Jahn-Regelschule und am Prof.-Fritz-Hofmann-Gymnasium.

60 Kinder und Jugendliche hat er erreicht. Deren Mehrheit wünsche sich vor allem einen Ort, um sich zu treffen. Und das möglichst ungestört, nicht unter Aufsicht. Also ausdrücklich keinen klassischen Jugendclub.

Zweite Umfrage, ähnliches Ergebnis

Für lockere monatlich oder wöchentlich organisierte Angebote (Sportarten ausprobieren, Filmnachmittage, Escaperoomaktivitäten) zeigten sie sich aufgeschlossen. Ganz hoch im Kurs stünden Graffiti-Aktionen. Sie wünschten sich diese Angebote aber eher an ihren Schulen als zum Beispiel im „Alten Amtshaus“.

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Die Ergebnisse decken sich mit denen, die der Sozialausschuss parallel unter 54 jugendlichen Besucherinnen und Besuchern des Streitseebades erhoben hat. Mal abgesehen davon, dass sieben der Antwortenden an Kölleda aus ihrer Sicht „einfach alles“ gut fanden.

Die Ausschussvorsitzende Marlen Friedrich (Gemeinsam für Kölleda) sah sich bestätigt und gleichzeitig in der Klemme: „Ohne Aufsicht können wir keine Räume zur Verfügung stellen. Da sind wir in der Haftung.“ Als positiv nimmt sie mit, dass sich viele der Befragten selbst einbringen wollten.

Mehr Möglichkeiten mit dem Schützenhaus

Hoffmann nahm gern die Zusicherung aus der jüngsten Stadtratssitzung auf, dass ein Graffiti-Projekt unterstützt werden könnte. Er will es rund um die Osterferien 2027 initiieren und einen Künstler dafür gewinnen, es anzuleiten.

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Ihm zufolge soll es Ende November in Großmonra eine Veranstaltung für Kölledas Jugend in Anlehnung an die jüngste, erfolgreiche Zero-Party geben. Hoffmann: „Mit DJ und allem.“

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Bürgermeister Uwe Kraneis (Gemeinsam für Kölleda) setzt darauf, auch der Jugend weitere Möglichkeiten mit der Schützenhaus-Wiedereröffnung bieten zu können. Nach der Sanierung werde dort die Technik für Filmvorführungen vorgehalten werden. Auch die Bibliothek werde dort Veranstaltungen anbieten können.