Thüringen nimmt die Herausforderung an, den Streit um den Ort der ältesten Bratwurst per Boxkampf zu entscheiden. „Wir gehen darauf ein“, sagte Thomas Mäuer vom Trägerverein des Deutschen Bratwurstmuseums in Mühlhausen am Rande des „Thüringer Bratwurstgipfel“ der Deutschen Presse-Agentur. Die Nürnberger Gastronomin Sofia Hilleprandt hatte angekündigt, das Museum zu dem Kampf um die Wurst mit Fäusten herauszufordern. Beim Gipfel sollte die Herausforderung offiziell verkündet werden. Hintergrund ist, dass Erfurter Forscher jüngst den bislang ältesten Nachweis für einen Bratwurststand gefunden haben wollen – in Erfurt.
Seit Jahren Streit um die Wurst
Doch was hat es mit dem Streit überhaupt auf sich? Erfurter Forscher wollen jüngst den bislang ältesten Nachweis für einen Bratwurststand gefunden haben. In einer Urkunde von 1269 sei von einer Hütte und einem Bräter an der bekannten Krämerbrücke die Rede, teilten der Projektleiter Welterbe der Thüringer Landeshauptstadt, Martin Sladeczek, und der emeritierte Historiker Karl Heinemeyer mit. Die Urkunde wurde demnach durch Zufall bei Nachforschungen über die Geschichte der Brücke gefunden.
Bislang schmückt sich das Regensburger Lokal „Wurstkuchl“ mit dem Titel „Älteste Bratwurststube der Welt“. Die erste urkundliche Erwähnung eines Kochs an der Stelle stammt von 1378 - also über hundert Jahre später als in Erfurt. Doch auch mit der Bratwursthochburg Nürnberg war vor rund 25 Jahren bereits ein Streit um das älteste Lokal entbrannt. Damals konnten die Regensburger die älteste Erwähnung vorlegen. Nun will die Nürnberger Bratwurstrestaurant-Inhaberin Hilleprandt die Frage auf andere Art und Weise klären.
Boxkampf eventuell bei „Bratwurstiade“
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Wie das Boxduell der Bratwurstregionen Thüringen und Franken konkret ablaufen soll und wer dafür in den Ring steigt, war zunächst noch unklar. Er könne sich vorstellen, das in eine der Museumsveranstaltungen, die „Bratwurstiade“, einzuordnen, sagte Mäuer. Da haben wir ja auch lustige Sportwettkämpfe.“ In diesem Jahr soll sie am letzten Septemberwochenende über die Bühne gehen. Die Entscheidung per Boxkampf sei augenzwinkernd gemeint, hatte Hilleprandt gesagt. Mäuer sprach – ebenfalls augenzwinkernd gemeint – von einem „Stellvertreterkampf“.
dpa


