Im Sommer 1816 bekommt das damalige Tennstedt prominenten Besuch: Johann Wolfgang von Goethe hält sich im Juli und August als Kurgast in der Stadt auf. Der Dichterfürst nutzt die Zeit nicht nur zur Erholung, sondern auch für zahlreiche Ausflüge in die Umgebung.

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Immer wieder zieht es ihn in die Umgebung, etwa nach Herbsleben, Klein-Ballhausen, Bruchstedt oder Klein-Vargula. Seine Eindrücke hält Goethe in seinem Tagebuch fest. Dort ist unter anderem von Begegnungen mit Einwohnern und von seinen täglichen Aktivitäten während der Kur die Rede.
Auch während seines Aufenthalts bleibt Goethe produktiv. Er arbeitet an verschiedenen Texten, führt umfangreiche Korrespondenz und trifft bekannte Persönlichkeiten der Region. Inspiration findet er unter anderem in den Karstquellen, die ihn für seine naturwissenschaftlichen Studien anregen.
Goethe besucht Bad Tennstedt zu einer Zeit des Aufbruchs
Der Aufenthalt fällt in eine Zeit, in der Tennstedt gerade im Aufbruch ist. Erst wenige Jahre zuvor, 1811, waren Schwefelquellen entdeckt worden. Sie bilden die Grundlage für den späteren Kurbetrieb. Bereits 1812 wird ein erstes Badehaus eröffnet, 1813 beginnt offiziell der Kurbetrieb.
In den folgenden Jahrzehnten entwickelt sich Tennstedt zunehmend zu einem Kurort. Parks, Einrichtungen und Unterkünfte entstehen, um den wachsenden Zustrom an Gästen zu bewältigen.
Heute knüpft Bad Tennstedt an diese Tradition an. Die moderne Median-Klinik ist ein bedeutendes Zentrum für Rehabilitation und gehört zu den anerkannten Einrichtungen für neurologische Frührehabilitation in Deutschland.
Der Aufenthalt Goethes im Jahr 1816 ist damit nicht nur eine kulturelle Randnotiz, er steht auch für die frühe Bedeutung des Ortes als Kur- und Erholungsstandort im Kreis.
Weitere Teile dieser Serie
In unserer Serie „Wussten Sie’s?“ stellen wir Persönlichkeiten und spannende Fakten aus dem Unstrut-Hainich-Kreis vor, die in Vergessenheit geraten oder nicht jedem bekannt sind. Dies ist Teil 26.






