Warum glauben wir Menschen eigentlich immer, dass wir es besser könnten als die Natur? Gerade hatte ich einen Termin im Landratsamt des Wartburgkreises und war tatsächlich so pünktlich, dass die Zeit noch einen kurzen Gang durch den dortigen Rathenau-Park gestattete. Bisschen frische Luft, Ruhe und so. Frische Luft war, mit der Ruhe war es allerdings nix: Die Laubbläser des Grauens waren im Einsatz.

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Das geht jetzt gar nicht gegen die Jungs, die die lärmenden Dinger auftragsgemäß in den Händen hielten und es geht auch nicht gegen die Zweitwichtigste im Kreis. Das könnte mir ja auch in Eisenach, Treffurt oder Ruhla oder Creuzburg oder Werra-Suhl-Tal passieren. Ich bin auch kein Technikfeind, der nicht anerkennt, dass es natürlich schön ist, wenn Technik die Arbeit erleichtert.

Aber Laubbläser sind wirklich eine Erfindung des Grauens. Welchen sittlichen Mehrwert hat es, wenn ich Blätter von einem Rasenstück auf das nächste befördere? Ich behaupte hiermit, Mama Natur hat sich was gedacht, als sie Sachen zum Wachsen brachte, die dann im Herbst ihre Blätter verlieren. Der Verlust der Blätter hat aus Sicht der Natur gute Gründe.
Klar, von Gehwegen muss man sie gerade im Herbst und Winter natürlich verbannen. Das könnte Rutschgefahr auslösen. Aber warum in drei Teufels Namen werden die Blätter mit viel Aufwand und Lärm von den Rasenflächen gepustet? Alle erwischt man auch mit dem größten Laubbläser-Einsatz eh nicht. Und außerdem ist es meistens sowieso so, dass die Bäume mit den letzten Blättern, derer sie sich entledigen, warten, bis der Laubbläser-Trupp durch ist.
Schöner wird der Herbst durch die massive, Strom vergeudende Pusterei in den heimischen Parks auch nicht: Also stoppt die Laubbläser des Grauens.
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