Ob Mitmach-Veranstaltungen, Nachwuchskonzerte oder Jazz: Die 28. Michael-Praetorius-Tage in Creuzburg boten gleich etliche Lösungsvorschläge, wie alte Musik interessant bleiben kann.

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Den Auftakt gab es mit einem Konzert in der Nikolaikirche. Die Ensembles Brassamezzo und Fidelrunde Bundweis‘ aus Eisenach spielten jedoch nicht nur Werke von Praetorius. Auch solche von Zeitgenossen wie Heinrich Schütz waren dabei.

Pilgerreise mit deutschen Liedern
Mit geistlicher Musik bildete das Nachtkonzert in der Liboriuskapelle einen Kontrast zur Eröffnung. Thomas Friedlaender aus Dresden nahm die Anwesenden mit auf eine Pilgerreise, mit deutschen Liedern, Pilgergesängen und Instrumentalstücken aus der Zeit um 1500. Im Gepäck hatte er Zink, Glockenspiel, Trommeln und seine Stimme.
Schüler der Musikschule Johann Sebastian Bach spannten am zweiten Tag den zeitlichen Bogen von Praetorius zu Telemann und Bach.

Praetorius-Kosmos weitergedacht
Mit anderen Möglichkeiten, den Praetorius-Kosmos weiterzudenken, wurde in diesem Jahr experimentiert. Eine davon: Jazz. Dafür war die Satyr’s Band aus Basel angereist – halb historisches Ensemble, halb Bigband. Wie Praetorius mit Saxophon und E-Gitarre funktioniert, machte Gitarrist Moritz Sembritzki vor. Die Gruppe sang einen Hymnus, Sembritzki führte die Melodie spontan fort. Schließlich kamen die anderen Musiker mit einer von Sembritzki komponierten Begleitung dazu.

Bedeutender Musiktheoretiker
Michael Praetorius wurde im in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts in Creuzburg als Pfarrerssohn geboren. Sein Schaffen ist von großer Bedeutung für den deutschen Protestantismus. Praetorius gilt als bedeutender Musiktheoretiker seiner Zeit.

Wunsch für die Zukunft
Zwischen den Konzerten gab es einige kostenlose Veranstaltungen. Zum Beispiel das Abendliedersingen auf der Werrabrücke, die Kaffeetafel auf der Creuzburg oder den Morgengruß am Praetorius-Denkmal.
Mit dem Umfang an Angeboten und dem Ablauf des Festivals sei man wie jedes Jahr sehr zufrieden, so Joachim Preß von der Praetorius-Gesellschaft. Für die Zukunft wünsche man sich noch mehr Besucher, allen voran junge Menschen.




