Karola Weber aus Weimar ärgert sich darüber, dass im Classic Center in Schöndorf der SB-Terminal für Überweisungen abgebaut wurde. Das kritisiert sie:

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„Mangelware in Weimar“, ein Wort, welches sehr an die DDR erinnert. Mangelware gab es dort genügend. Mit dem Abbau der SB-Automaten wird die Sparkasse doch voll ihrem Namen gerecht: Sparen ist gut und richtig, aber nicht auf Kosten der Kundschaft. 

Auch wenn Online-Banking aktuell und zeitgemäß ist, gibt es immer noch Menschen, die dies als mündige Bürger nicht nutzen wollen. Nun kommt ein neues Gesetz (Barrierefreiheitsschutzgesetz, kurz BFSG) und man baut ganz schnell die Automaten ab, unter anderem mit der Begründung, die Vorgaben für Menschen mit Einschränkungen nicht erfüllen zu können. Da hätte man die Geräte zumindest noch weiter für die übrigen Kunden betreiben können. Der eine oder andere eingeschränkte Kunde hätte vielleicht dennoch einen Nutzen davon gehabt. 

Problem schon länger bekannt

Dass es keine Hersteller für SB-Automaten mehr geben soll, ist in unserer Marktwirtschaft für mich nicht nachvollziehbar. Und sicher weiß man dies auch nicht erst seit gestern und hätte längst intensiv nach Ersatz suchen können. Vielleicht auch nach Geldautomaten, die gleichzeitig Kontoauszüge drucken und Überweisungen verarbeiten können. Wir reden in Deutschland ständig von Digitalisierung und KI und bekommen nicht mal diese SB-Automaten hin. Wo sind denn die ganzen Start-ups und Influencer mit neuen Ideen?

Ich denke, hier hat es sich die Sparkasse sehr einfach gemacht. Auf Weimar Nord oder die Innenstadt (Hauptsitz am Graben) zu verweisen, finde ich zynisch. Wie lange stehen die Automaten dort noch? Bei 2,70 EUR pro Busticket sind es für mich und viele andere, die in den Außenbezirken wohnen, bei Hin- und Rückfahrt zur nächsten Filiale schon 5,40 EUR für einmal Kontoauszüge abholen. Den Preis für zwei bis dreimal im Monat können sich die Banker selbst ausrechnen.

Betrugsfälle befördern Skepsis vor Online-Banking

Abgesehen davon ist auch der Zeitaufwand mit den Öffis wesentlich höher und für alte oder versehrte Kunden auch beschwerlicher. Bisher konnte man in Schöndorf die Leistungen beim Einkauf mit erledigen. Mit dem Auto geht es natürlich schneller, bringt aber umweltmäßig wieder überflüssigen CO₂-Ausstoß, den wir doch eigentlich einsparen wollen. Fette Parkgebühren kommen dann bei Kfz-Nutzung noch hinzu. Da gewinnt die Stadt auch gleich mit. Die Kosten dafür würde ich gern Ihrem Geldinstitut in Rechnung stellen wollen, vielleicht die Bearbeitungsgebühr kürzen.

Täglich erfahren wir aus den Medien von betrügerischen Telefonanrufen und falschen E-Mails, die ständig in neuem Gewand erscheinen. So sind die Beratungen für die Senioren am Folgetag meist schon überholt. Da nehmen aus meiner Sicht Ihre Aufklärungsvorträge den Senioren nicht die Bedenken gegen Online-Banking. Aufgrund der gesamten Unsicherheiten dabei werde ich mich noch nicht für Online-Banking entscheiden und eben gezwungenermaßen in die Stadt fahren zur Erledigung meiner Bankgeschäfte. 

Kundendienst bedeutet, für alle Kunden da zu sein.

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