In Weimars Innenstadt stehen in den kommenden Tagen etliche Demonstrationen ins Haus. Die Bundestagswahl und der völkerrechtswidrige Überfall Russlands auf die Ukraine, der sich am Montag zum dritten Mal jährt, sorgt für das erhöhte Aufkommen. „Wir haben die besondere Brisanz im Auge“, sagt Weimars neuer Polizeichef Christian Hackbart. Mit Blick auf Anschläge in München, Aschaffenburg oder Magdeburg gibt Weimars Polizeichef aber auch zu bedenken, dass die Polizei einen hundertprozentigen Schutz bei solchen Veranstaltungen in der Öffentlichkeit nicht gewähren kann.

Weitere aktuelle Beiträge aus Weimar und Umgebung

In Anbetracht des Wahlsonntags und des Demonstrationsgeschehens in den kommenden Tagen verstärkt die Weimarer Polizei ihre Einsatzkräfte, die Präsenz und behält möglicherweise gefährdete Orte wie Wahllokale, Demonstrationszüge oder Parteibüros genau im Blick.

Auch interessant

Demonstrationen am Samstag in Weimar

Laut Weimars Stadtverwaltung sind bis einschließlich Montag gleich sechs größere und kleinere Demonstrationen in Weimar angemeldet. Bereits am Samstagvormittag wollen Befürworter der Ostumgehung, über die Weimarerinnen und Weimarer am Sonntag im Zuge eines Bürgerentscheids abstimmen können, nochmals mobilisieren. Beginn der Demonstration ist um 10 Uhr in der Wielandstraße.

Auch interessant

Mit ihren Kandidaten für den Bundestag ist die Weimarer FDP am Samstag auf dem Goetheplatz zugegen. An einem Infostand werden die Kandidaten ab 11 Uhr interessierten Bürgerinnen und Bürgern Rede und Antwort stehen. Von 11.30 Uhr bis 13 Uhr wird der Thüringer Spitzenkandidat Tim Wagner den Infostand besuchen. Ab 12 Uhr hat Thomas Kemmerich, Direktkandidat im Wahlkreis 192 „Erfurt - Weimar - Weimarer Land II“, sein Kommen zugesagt. Ebenfalls vertreten ist Lukas Seyfarth, Landesvorsitzender der Jungen Liberalen Thüringen, der auf der FDP-Landesliste für den Bundestag kandidiert.

Bündnis Sahra Wagenknecht auf dem Theaterplatz in Weimar

Überdies ruft das Bündnis Sahra Wagenknecht am Samstag zur Kundgebung „Für den Frieden“ auf dem Weimarer Theaterplatz auf. Beginn ist laut Veranstalter um 14 Uhr. Erwartet werden neben dem BSW-Direktkandidaten im Wahlkreis 192 „Erfurt - Weimar - Weimarer Land II“, Gernot Süßmuth, auch die BSW-Fraktionsvorsitzende im Thüringer Landtag, Katja Wolf und weitere Vertreterinnen und Vertreter der Partei. „Kunst, Musik, Tanz und freie Rede machen uns offen füreinander und mitfühlend. So entsteht Frieden“, heißt es in der Ankündigung. Auf dem Theaterplatz soll es daher eine Performance zum Thema Krieg und Frieden geben.

Empfohlener externer Inhalt

An dieser Stelle befindet sich ein externer Inhalt von Instagram, der von unserer Redaktion empfohlen wird. Er ergänzt den Artikel und kann mit einem Klick angezeigt und wieder ausgeblendet werden.
Externer Inhalt
Ich bin damit einverstanden, dass mir dieser externe Inhalt angezeigt wird. Es können dabei personenbezogene Daten an den Anbieter des Inhalts und Drittdienste übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Die Linkspartei lädt zudem auf den Herderplatz ein, um den Wahlkampfabschluss zu feiern. Laut Ankündigung werde auch Bodo Ramelow, der im Wahlkreis 192 „Erfurt - Weimar - Weimarer Land II“ um das Direktmandat für die Linke ins Rennen geht, erwartet. „Lasst uns gemeinsam diesen Winterwahlkampf Revue passieren lassen und noch einmal am Infostand zusammenkommen“, heißt es von der Thüringer Linken. Beginn auf dem Herderplatz ist um 15 Uhr.

Empfohlener externer Inhalt

An dieser Stelle befindet sich ein externer Inhalt von Instagram, der von unserer Redaktion empfohlen wird. Er ergänzt den Artikel und kann mit einem Klick angezeigt und wieder ausgeblendet werden.
Externer Inhalt
Ich bin damit einverstanden, dass mir dieser externe Inhalt angezeigt wird. Es können dabei personenbezogene Daten an den Anbieter des Inhalts und Drittdienste übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Die Proteste am Sonntag und Montag in Weimar

Am Sonntag und Montag liegt der Fokus der Demonstrationen auf dem Krieg in der Ukraine. Zur mittlerweile 160. Kundgebung der Initiative „Für Frieden und Solidarität mit der Ukraine“ wird am Sonntag auf den Theaterplatz geladen. Nicht einen Sonntag seit des völkerrechtswidrigen Überfalls Russlands auf die Ukraine haben die Demonstrierenden ausgelassen, sagt Norman Heydenreich, Sprecher der Initiative.

Täglich

Der Newsletter für Weimar

Alle wichtigen Informationen aus der Klassikerstadt Weimar, egal ob Politik, Wirtschaft, Sport, Kultur oder gesellschaftliches Leben.

Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.

Die Ukrainerinnen und Ukrainer, die vor dem Krieg nach Weimar geflüchtet sind, seien enttäuscht, nachdem der neugewählte Präsident der Vereinigten Staaten, Donald Trump, über die Ukraine und die EU hinweg mit Russland über einen möglichen „Frieden“ verhandelt. „Donald Trump wiederholt mittlerweile die Zitate Putins“, so Norman Heydenreich. „Das ist reine Putin-Propaganda.“ Lange hätten die Menschen aus der Ukraine aber die Hoffnung gehegt, die Staaten würden auch nach dem Wahlsieg Donald Trumps die Ukraine weiter unterstützen.

Auch interessant

Über die drei Jahre sei die Anzahl der Teilnehmenden an den wöchentlichen Kundgebungen, meist auf dem Theaterplatz, mehr oder weniger gleich geblieben. „Am Anfang war die Bereitschaft zwar größer, aber es kamen auch immer wieder neue Teilnehmer hinzu“, so Heydenreich. Beginn ist am Sonntag um 15 Uhr.

Großkundgebung am Montag auf dem Theaterplatz

Am Montag, dem Jahrestag des russischen Überfalls auf die Ukraine, wird schließlich zur Großdemonstration geladen. Verantwortlich zeichnet hierfür neben der Initiative „Für Frieden und Solidarität mit der Ukraine“ auch die „Bunte Begegnung“, die seit September 2024 auf dem Theaterplatz regelmäßig ein Zeichen für Demokratie und gegen Faschismus setzt. „Drei Jahre nach dem russischen Angriff auf die gesamte Ukraine wollen wir gemeinsam unsere anhaltende Solidarität mit der Ukraine zum Ausdruck bringen und für Demokratie und Freiheit in Europa und einen gerechten Frieden demonstrieren“, heißt es in der Ankündigung. Beginn ist um 19 Uhr auf dem Theaterplatz in Weimar. Als Redner werde unter anderem Jens-Christian Wagner, Stiftungsdirektor Gedenkstätte Buchenwald, erwartet.

Ukraine Proteste
Zur mittlerweile 160. Kundgebung lädt die Initiative „Für Frieden und Solidarität mit der Ukraine“ am Sonntag auf Weimars Theaterplatz ein.© Funke Medien Thüringen | Norman Heydenreich

Zuletzt findet am Montag einmal mehr der AfD-nahe „Montagsprotest“ auf dem Weimarer Markt statt. Beginn ist laut Stadtverwaltung ebenfalls um 19 Uhr.

Auch interessant