Weimar blickt bald auf 80 Jahre Kriegsende und die Befreiung des Konzentrationslagers Buchenwald zurück. Das Deutsche Nationaltheater widmet sich diesen Themen in der Themenwoche „Ressource Erinnerung“. Von 29. März bis 6. April werden an verschiedenen Spielorten aktuelle Fragen zur Erinnerungskultur auf diskursive, interaktive und künstlerische Weise beleuchtet.

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Die Themenwoche wird in der Bildungsagenda NS-Unrecht von der Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft (EVZ) und dem Bundesministerium der Finanzen (BMF) gefördert. Zum Auftakt der Themenwoche lädt das DNT am Samstag, 29. März, 20 Uhr zur Premiere des Tanztheaterprojekts „Plasma und Penicillin“ auf der Studiobühne. Choreograf Louis Stiens und sein Ensemble setzen sich darin mit der Perspektive der US-amerikanischen Fotografin und Journalistin Lee Miller auf die Verwüstungen des Dritten Reichs auseinander.
Vorstellungen nur für kurze Zeit zu sehen
Bereits ausverkauft sind die Premiere und einige Folgevorstellungen des interaktiven Theaterspiels „Drahtwolken“ des Kollektivs „machina eX“ in der Redoute. Als fiktive Mitarbeitende eines „Zentrums für Zeitsichtungen“ ermittelt das Publikum die Geschichte von drei Zwangsarbeitenden in Weimar. Am Sonntag, 30. März, 11 Uhr erklingen in der Kammermusik-Matinee „Ressourcen – Perspektiven“ im Foyer Werke von zu Zeiten des Nationalsozialismus verfemten Komponistinnen und Komponisten.
Am Sonntag um 17 Uhr gibt die Kulturwissenschaftlerin Aleida Assmann im Theaterfoyer eine Einführung in die Erinnerungskultur mit Blick auf aktuelle Perspektiven und Diskurse. Ihr Impulsvortrag mit anschließendem Gespräch bildet den Auftakt für eine kostenfreie Diskursreihe im Foyer.
Mit Comics, Videospielen und digitalen Inhalten Erinnerung wachhalten
Beim ersten Termin am Montag, 31. März, 20 Uhr geht es um das Thema „Gedächtnismedien“. Comiczeichnerin Hannah Brinkmann, Spieleentwicklerin Clara Ehrenwerth von „machina eX“ und Content-Creatorin Susanne Siegert sprechen darüber, wie man medial Erinnerungen lebendig halten und an die nachfolgenden Generationen weitergeben kann.
Im Zentrum des zweiten Gesprächs am Mittwoch, 2. April, 20 Uhr steht das Thema „Vergessene Erinnerung“. Der Regisseur und Arzt Tuğsal Moğul, Historiker Johannes Spohr und Auslandsreporterin Charlotte Wiedemann diskutieren über vergessene Aspekte der NS-Zeit. Außerdem soll es darum gehen, wie auch die Tätergeschichte sowie migrantische Perspektiven und Gewalterfahrungen Teil des offiziellen Erinnerungsdiskurses werden können.
Zeitzeugen über den Tod hinaus zuhören
Verstummende Zeitzeuginnen und Zeitzeugen sind das Thema am Sonntag, 6. April, 17 Uhr. Die Historikerin Dorothee Wierling und Kollege Axel Doßmann sowie Katalin Krasznahorkai als Programmleiterin vom Brandenburg Museum für Zukunft, Gegenwart und Geschichte widmen sich der Frage, wie man mit dem Ende des kommunikativen Gedächtnisses umgeht. Ein weiteres Gespräch am Dienstag, 1. April, 20 Uhr im Foyer mit Jens-Uwe Fischer und Jörn Klare beschäftigt sich mit Leben und Wirken des Architekten Franz Ehrlich, dessen Biografie zwischen Widerstand, Anpassung und Kollaboration changiert.
red




