Eingesperrt in der Stadtbücherei

Ihre Türen schließen viele Bibliotheken am Abend des 4. April nicht. Auch die Stadtbücherei in Weimar beteiligt sich an der bundesweiten Nacht der Bibliotheken und bietet zwei kostenfreie Veranstaltungen für die jüngeren Gäste an. Um 16 Uhr heißt es „Die Geister sind los“ beim Vorlesen und Basteln ab vier Jahren. Für Kinder ab acht Jahren gibt es um 19 Uhr das Escape-Game „Eingesperrt in der Bibliothek“.

Für das Escape-Game ist eine Anmeldung erforderlich: stadtbuecherei@stadtweimar.de

red

Anschlag von Hanau in Weimar auf der Bühne

Das DNT Weimar lädt in diesen Tagen zu seiner Themenwoche „Ressource Erinnerung“ ein, die 80 Jahre nach der Befreiung des KZ Buchenwald und dem Ende des Zweiten Weltkrieges an verschiedenen Spielorten aktuelle Fragen zu unserer Erinnerungskultur auf diskursive, interaktive und künstlerische Weise beleuchtet. Die Themenwoche geht noch bis zum 6. April und wird in der Bildungsagenda NS-Unrecht von der Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft (EVZ) und dem Bundesministerium der Finanzen (BMF) gefördert.

Auch am Donnerstag, 3. April, wartet ein vielfältiges Programm auf das Publikum: Im Marie-Juchacz-Saal der Stadtverwaltung wird um 19.30 Uhr ein Gastspiel des Staatstheaters Mainz mit anschließendem Nachgespräch gezeigt. Das dokumentarische Schauspiel „And now Hanau“ von Tuğsal Moğul setzt sich mit den rechtsextremen Morden an neun Menschen mit Einwanderungsgeschichte in Hanau auseinander.

Um 20 Uhr ist am Donnerstag in der DNT-Studiobühne die szenische Lesung „Der Reisende“ nach dem Roman von Ulrich Alexander Boschwitz zu erleben, der damit bereits 1939 als einer der Ersten eindrücklich Zeugnis ablegt über das Schicksal jüdischer Menschen im faschistischen Deutschland. Für beide Veranstaltungen gibt es noch Karten.

Das weitere Programm bis 6. April: www.nationaltheater-weimar.de

red

Gedenken an 92 Jahre Bücherverbrennung

Am 10. Mai 1933 standen deutschlandweit Bücherhaufen in Flammen, zumeist mit Texten von jüdischen und regimekritischen Schriftstellern. Um daran zu erinnern und den verfemten Autoren eine Stimme zu geben, soll es am Nachmittag des 10. Mai eine Lesung auf dem Weimarer Theaterplatz geben. Unter dem Motto „An die Nachgeborenen“ wird dazu von DNT, dem Weimarer Bündnis gegen Rechtsextremismus und der Kulturdirektion der Stadt eingeladen.

Wer selbst vorlesen will, kann sich dafür bis zum 4. April anmelden unter weimar-gegen-rechts@web.de

red

Wenig bekannte Seite eines Märchendichters

Im Kirms-Krakow-Haus und auch im Schloss Tiefurt ist ab 2. April eine Wanderausstellung zu Hans Christian Andersen zu sehen. „Märchendichter – Hans Christian Andersen in Weimar“ blickt auf den vor 220 Jahren geborenen Autor zurück und zeigt weniger bekannte Seiten von ihm. Zwar wurde Andersen mit seinen Märchen berühmt, zeit seines Lebens war er aber auch bildender Künstler und schuf neben seinen Schriften kontinuierlich Zeichnungen, Collagen, Bilderbücher und Scherenschnitte.

Die Wanderausstellung enthält eine Reihe der schönsten Scherenschnitte, Bilderbücher, Zeichnungen und Collagen aus dem schöpferischen Fundus Andersens. Dafür haben der Verein Märchenland, das Zentrum für Märchenkultur in Deutschland, die königlich dänische Botschaft im Auftrag des Hans Christian Andersen Fonds zusammengearbeitet. In den Weimarer Häusern ist sie bis 1. November kostenfrei zu sehen.

red

Meditieren und indischer Mantra-Gesang

In der nächsten Ausgabe ihrer Konzertreihe „Global Music Transformers“ trifft die Weimarer Perkussionistin Nora Thiele am 3. April auf „Hindustani Heritage“. Zunächst wird dabei mit spirituellen Kirtanmusik zum Mitsingen und Meditieren eingeladen. Kirtan ist eine uralte Form des Mantra-Gesangs. Den zweiten Teil gestaltet der afghanische Musiker Waheedullah Saghar, ein Meister der Hindustani-Klassik. Seine Musik verbindet die tief verwurzelten Traditionen Afghanistans mit den feinen Nuancen der nordindischer Musik. Los geht es um 20 Uhr im Mon Ami.

red

Frühlingskonzert mit Debussy, Fauré und Gershwin

Mit dem Fokus auf französische und amerikanische Klänge aus der Zeit des Impressionismus und der Moderne lockt das Musikgymnasium Schloss Belvedere sein Publikum am Donnerstagabend, 3. April, in den Konzertsaal der Schule. Um 19 Uhr beginnt ein eintrittsfreies Konzert, bei dem Spenden für den Verein „SOS Kinderdorf“ gesammelt werden.

Zu Beginn erklingt Gabriel Faurés „Cantique de Jean Racine“, gesungen vom Chor des Musikgymnasiums unter der Leitung von Marian Grosew. Mit diesem Werk gewann der damals erst 19-jährige Fauré einen Kompositionswettbewerb an seiner Schule. Es folgt die eindrucksvolle Ouvertüre zur Oper „Die Macht des Schicksals“ von Giuseppe Verdi, die der Komponist nach anfänglichem Misserfolg noch einmal komplett umarbeitete – und zum Welterfolg machte. Es spielt das Orchester des Musikgymnasiums unter Joan Pagès Valls.

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Zum Träumen verleitet dann Claude Debussys liebliches „Vorspiel zum Nachmittag eines Fauns“, das vor 130 Jahren in Paris uraufgeführt worden war. Noch einmal singt im Anschluss der Belvederer Chor und leitet zum US-amerikanischen Teil des Abends über: Zu hören ist Eric Whitacres erst 15 Jahre altes Chorstück „Leonardo dreams of his flying machine“. Ein Höhepunkt des Frühlingskonzerts soll die berühmte „Rhapsody in Blue“ George Gershwins sein, die durch ihre jazzigen Elemente überaus mitreißend und beliebt beim Publikum ist. Solist am Konzertflügel ist Heorhii Daniltsev aus der Klasse von Susanne Bitar.

red

Schauspiel in der Waldorfschule

Die achte Klasse der Waldorfschule Weimar lädt am Donnerstag und Freitag, 3. und 4. April, jeweils um 19 Uhr zu der Aufführung des Theaterstücks „Das Haus der Temperamente“ von Johann Nestroy ein, eine Posse in zwei Akten. Das Publikum erlebt vier Wohnungen, vier verwitwete Väter, vier Söhne, vier Töchter und vier Temperamente. Die vier Väter möchten die vier Töchter mit ihren alten Jugendfreunden verheiraten, doch die Töchter und Söhne haben andere Pläne.

red

Von einem russischen Europäer

Den 18. Salon Maria Pawlowna gestaltet Michael Schippan mit einem Vortrag zum Thema „Der russische Schriftsteller und Historiker Nikolaj Karamzin und das klassische Weimar zur Zeit Maria Pawlownas“. Im Gewölbekeller der Stadtbücherei stellt der Historiker Zusammenhänge zwischen den künstlerischen und wissenschaftlichen Bestrebungen des Kreises um Maria Pawlowna und denen des „russischen Europäers“ Nikolaj Karamzin und seiner Freunde her.

Nikolaj Karamzin (1766-1826) verkörperte in seiner Person wie kein anderer vor Alexander Puschkin die Europa zugewandte russische Kultur. Der sprachbegabte Literat trat sowohl als Autor kultureller Übersetzungen im Zarenreich als auch als „Dolmetscher“ russischer Literatur in den westlichen Ländern hervor. In Europa wurde Karamzin durch Übersetzungen seiner Prosatexte und Dichtungen bekannt.

In seinen „Briefen eines russischen Reisenden“ schilderte er seinen Weimar-Besuch im Juni 1789, seine Gespräche mit Christoph Martin Wieland über den „philosophischen Roman“ sowie mit Johann Gottfried Herder über dessen Italien-Eindrücke und die Spinoza-Rezeption in dessen Werk „Gott“. Karamzin übersetzte Werke Schillers und Kotzebues und ging auf das Schaffen Bertuchs, Bodes und Jean Pauls ein. Eine innige Freundschaft verband ihn mit der jüngeren Schwester Maria Pawlownas, Katharina (1788-1819), und mit deren Mutter, Kaiserin Maria Fedorowna, sowie mit Maria Pawlownas Schwägerin, der Kaiserin Elisabeth.

red

Weitere aktuelle Beiträge aus Weimar und Umgebung

Sinnliche Erfahrung in der Kunstgalerie

Noch bis 13. April ist Gökçen Dilek Acays Ausstellung „Have you ever touched a bugs belly“ in der ACC-Galerie zu sehen. Am Mittwoch, 2. April, gibt sie einen performativen Workshop für Menschen über 50 Jahren, der sich „mit den emotionalen und gesellschaftspolitischen Implikationen der Choreografie“ auseinandersetzt. Er untersucht rund drei Stunden lang, wie Körper und Stimme eingesetzt werden können, um in Zeiten aufsteigender rechter Ideologien eine Kultur des Protests zu schaffen. Los geht es um 17.30 Uhr, der Eintritt ist frei.

Interessierte melden sich an unter kultur@acc-weimar.de

red