Insgesamt 23 Programmpunkte umfasst in diesem Jahr das offizielle Angebot in Weimar zum Tag des offenen Denkmals. Er steht am Sonntag, dem 14. September, unter dem bundesweiten Motto „Wert-voll: unbezahlbar oder unersetzlich?“. Damit werde einerseits darauf hingewiesen, wie viel Kraft einst in den Bau der Denkmale gesteckt wurde und andererseits heute viel Engagement notwendig ist, um sie zu erhalten, sagte die Leiterin der Unteren Denkmalbehörde, Karen Büchner. Die Weimarer Bilanz könne sich da sehen lassen, von 656 Kulturdenkmälern in der Stadt seien nur 14 als gefährdet eingestuft.
Denkmale stehen für Können, Erinnerung und Identität
Das Motto stelle die Frage: Was sind uns unsere Denkmale wert? Der Wert eines Bauwerks lässt sich in Materialkosten, Stundenlöhnen und aufgewendeter Energie bemessen. Doch damit ist längst nicht alles gesagt. Oft seien es die unbezahlbaren Erfahrungen, die Mühen und die Geschichten, die Menschen in ihre Häuser investieren und die ihnen ihren besonderen Charakter verleihen. Ein Denkmal sei immer mehr als die Summe seiner Steine – es sei zugleich Ausdruck von Können, Erinnerung und Identität. Dieser Gedanke ziehe sich durch das Weimarer Programm, das von klassischen Denkmalführungen bis hin zu besonderen kulturellen Angeboten reicht.
Volkshaus hat an zwei Tagen für Besucher geöffnet
Ein besonderer Höhepunkt in diesem Jahr ist das Volkshaus. Es steht Besuchern am Samstag und Sonntag von 10 bis 17 Uhr offen und ist nach Jahren des Leerstands erstmals wieder der Öffentlichkeit zugänglich. Ausgebuchte Führungen, individuelle Erkundungen sowie eine Ausstellung, Beteiligungsangebote und ein Pop-up-Biergarten gehören zum Programm.

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Ebenso ein besonderer Ort ist die Nietzsche-Gedächtnishalle/Alter Sender. Das Gebäude aus der NS-Zeit diente in der DDR als Hörfunkgebäude und wird heute denkmalgerecht saniert. Besucherinnen und Besucher sind dort Sonntag von 10 bis 18 Uhr willkommen, Führungen finden um 11 und 16 Uhr statt.

Zum Denkmaltag wird das Bertuchhaus, ein klassizistisches Stadtpalais und heutiges Stadtmuseum, sowohl mit dem Blick auf die Architekturgeschichte als auch die Arbeits- und Lebenswelt der Familie Bertuch um 1800 veranschaulicht.
Ein Special ist um 16 Uhr auf dem Buchenwaldplatz (bei Regen im Kleinkunstsaal des Mon Ami) die Podiumsdiskussion „Ein Denkmal – viele Fragen“. Dabei wird die neue Informationstafel für das Thälmann-Denkmal vorgestellt und diskutiert: „Wie umgehen mit Denkmälern, die aus der Zeit gefallen sind?“.

Daneben öffnen viele weitere Orte im gesamten Stadtgebiet: Kirchen, Museen, Türme, Uni-Gebäude und Gartenanlagen. Führungen zu den historischen Brunnen, ein Blick hinter die Kulissen des Deutschen Nationaltheaters, Mitmachaktionen in der Pavillon-Presse oder Kulturveranstaltungen im Kasseturm und ein Konzert in der Kirche Herz Jesu ergänzen das Programm.
Die Stadt hat alle Angebote gebündelt und in einem Faltblatt mit Stadtkarte veröffentlicht. Darin finden sich auch organisatorische Hinweise: Für einige Führungen ist eine Anmeldung erforderlich, teils gelten Teilnehmerbegrenzungen, manche Orte sind nicht barrierefrei oder nur mit festem Schuhwerk zu besichtigen.
Das Programmheft liegt in der Tourist-Information sowie an weiteren öffentlichen Orten aus und steht online unter www.stadt.weimar.de/de/aktuelle-meldungen/tag-des-offenen-denkmals-2025.html als PDF zur Verfügung.





