Als im Dezember 2024 das Audimax der Bauhaus-Universität Weimar in Maurice-Halbwachs-Auditorium umbenannt wurde, war die Person hinter der Widmung noch einigen ein Rätsel. Der französische Soziologe und Philosoph starb im Konzentrationslager Buchenwald, nachdem er von der Gestapo in Sippenhaft genommen wurde – seine beiden Söhne hatten sich der Résistance angeschlossen. Der Welt hinterlassen hat er sein Konzept des kollektiven Gedächtnisses. „Es gibt also keine Erinnerung ohne Wahrnehmung“ ist Maurice Halbwachs‘ Feststellung dazu und ebenso heißt eine Neuerscheinung aus dem Universitätsverlag, die sein Denken und Schaffen würdigt.

Vom kollektiven zum kulturellen Gedächtnis

Der Band erscheint auf Deutsch und Französisch und rückt auf 84 Seiten einen europäischen Intellektuellen ins Scheinwerferlicht, der im deutschsprachigen Raum bisher wenig Beachtung gefunden hat. Zu Wort kommen renommierten Stimmen aus Kulturwissenschaft und Soziologie, darunter Bertrand Müller sowie Lise Halbwachs, Enkelin des Gelehrten, und Aleida Assmann. Mit ihrem Ehemann Jan Assmann hat sie Halbwachs‘ Idee aufgegriffen und das Konzept des kulturellen Gedächtnisses entwickelt. Im Dezember 2024 sprach sie persönlich in Weimar.

Maurice Halbwachs Band
"Es gibt also keine Erinnerung ohne Wahrnehmung" ist ein neuer Band über den Soziologen Maurice Halbwachs, der im Universitätsverlag erscheint.© Bauhaus Universitätsverlag | Cissy Hecht

Ergänzt wird das Buch durch einen wissenschaftlichen Beitrag der beiden Weimarer Professoren Frank Eckardt und Henning Schmidgen, der die Relevanz des Halbwachs’schen Denkens für die heutige Forschung und Lehre an der Bauhaus-Universität Weimar beleuchtet. Herausgeber des zweisprachigen Bandes sind Universitätspräsident Peter Benz und Bibliotheksdirektor Frank Simon-Ritz.

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Die Neuerscheinung wird am 7. Januar um 17.30 Uhr im Bauhaus-Atelier (Geschwister-Scholl-Straße 6a) öffentlich vorgestellt. Im Buchhandel ist sie bereits erhältlich. red