• An einer Schule häufen sich Diebstähle: Lehrerin Carla stellt eine Falle – und verstrickt sich in einem gefährlichen Spiel aus Verdächtigungen, das bald in der Redoute in Weimar zu sehen ist.
  • Das DNT Weimar bringt das oscarnominierte Filmdrama „Das Lehrerzimmer“ mit echten Jugendlichen auf die Bühne und sucht Mitwirkende.
  • Im Juni offene Workshops, im Januar 2027 wird Premiere gefeiert.

In der Schule wird geklaut, mehrfach. Lehrerin Carla Nowak ist sich sicher, dass der verdächtigte Schüler es nicht gewesen sein kann, und stellt im Lehrerzimmer eine Falle, die tatsächlich zuschnappt. Doch Carla glaubt nur, zu wissen, wer verantwortlich ist, und verfängt sich in einem Netz aus falschen Verdächtigungen.

Null-Toleranz-Politik führt zu Ausgrenzung und Konflikten an Schulen

2024 galt „Das Lehrerzimmer“ als deutsche Hoffnung bei der Oscar-Verleihung. Mit einer simplen Prämisse zeigt das Drama von İlker Çatak, wie Null-Toleranz-Politik gegenüber vermeintlich kriminellen Schülern in Ausgrenzung, Denunziationen und Aggressionen ausartet. Nun kommt die Geschichte auf die Redoute-Bühne, und zwar mit echten Schülerinnen und Schülern. Das DNT und das junge Theater Stellwerk suchen gemeinsam Jugendliche, die sich mit professionellen Schauspielern ins Rampenlicht wagen. Am 8. und 9. Juni starten Kennenlern-Workshops für alle Interessierten.

Leonie Benesch spielt im Film die Hauptdarstellerin Carla Nowak. Der Film wurde 2024 für einen Oscar nominiert.
Leonie Benesch spielt im Film die Hauptdarstellerin Carla Nowak. Der Film wurde 2024 für einen Oscar nominiert.© epd | Alamode Film

Gesucht werden Jugendliche zwischen 12 und 14 Jahren, vor allem Jungen. Ältere Jugendliche werden für die Schülerzeitungsredaktion gebraucht, die die Vorfälle an der Schule dokumentiert. Selbst Erwachsene können sich melden, um in die Rolle von Eltern zu schlüpfen. Mitspielen werden voraussichtlich auch junge Schauspielerinnen und Schauspieler des jungen Theaters Stellwerk, das mit dem DNT kooperiert. Vorerfahrung brauchen die Beteiligten dennoch nicht, schildert Theaterpädagogin Angelika Andrzejewski. Sie hofft, ein Ensemble zusammenstellen zu können, das ein breites gesellschaftliches Spektrum abdeckt – Darsteller, die unterschiedliche Schulformen kennen oder einen Migrationshintergrund mitbringen. Die Vielzahl der Erfahrungen soll den Kern des Stücks bilden.

Rollentausch im Klassenzimmer möglich

Ende vergangenen Jahres wurde „Das Lehrerzimmer“ als Schauspiel am Nationaltheater Mannheim uraufgeführt, nach einem Drehbuch von Filmregisseur İlker Çatak und Johannes Duncke. Das Weimarer Ensemble will sich mehr Freiheiten mit dem Stoff nehmen, vielleicht die Rollen vertauschen. „Was wäre beispielsweise, wenn Schüler die Rolle der Lehrer übernehmen?“, fragt Theaterpädagogin Angelika Andrzejewski. Dramaturgie und Inszenierung übernehmen Beate Seidel und Jan Gehler, der für das Projekt ans DNT zurückkehrt.

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„Das Lehrerzimmer“ feiert am 21. Januar 2027 in Weimar Premiere. Bis dahin wird hauptsächlich an zusammenhängenden Terminen am Wochenende geprobt. Das Stück wird danach ein- bis zweimal im Monat gezeigt.

Wer bei den Workshops dabei sein will, meldet sich an unter theaterpaedagogik@nationaltheater-weimar.de