Die Abwicklung einstiger DDR-Betriebe durch die Treuhand war für die Beschäftigten und ihre Familien ein großer Schock. Arbeit, soziale Sicherheit und Lebensperspektiven gingen verloren. Wer in Weimar Zeitzeuge dieses Umbruchs wurde und über seine Erfahrungen sprechen möchte, kann sich bei Katrin Rohnstock melden. Die Literatur- und Sprachwissenschaftlerin aus Jena hat zuletzt das Buch „Der große Schock – Ostdeutsche erzählen von den Folgen der Treuhand-Politik“ herausgebracht und stellt es am 2. September, 19 Uhr, bei einer Lesung in der Sendehalle Weimar vor.

Austausch über Treuhand-Jahre in Weimar

„Die Geschichte der Treuhand lässt sich nicht allein über Zahlen und politische Entscheidungen erzählen“, sagt Katrin Rohnstock. „Sie wird erst durch die Erinnerungen der Menschen verständlich, die diese Zeit erlebt haben. Und jede persönliche Geschichte ergänzt das Bild dieser Jahre – unabhängig davon, ob sie von Verlust, Aufbruch oder einem erfolgreichen Neuanfang erzählt.“ Der Erzählsalon wird von der Friedrich-Ebert-Stiftung in Zusammenarbeit mit Rohnstock Biografien organisiert.

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Als besonderer Bezugspunkt gilt an diesem Abend der frühere VEB Weimar-Werk, der Ende der 1980er-Jahre mit seinen zugeordneten Betrieben rund 6.400 Menschen beschäftigte. Nach 1990 wurde der Betrieb neu geordnet und in mehrere Unternehmen aufgeteilt. Gesucht werden ehemalige Beschäftigte des Weimar-Werks und seiner Nachfolgebetriebe, ausdrücklich aber auch Menschen aus anderen Weimarer Betrieben, die von ihren Erfahrungen jener Jahre erzählen möchten. Der Eintritt an diesem Abend ist frei, es wird allerdings um Anmeldung gebeten unter www.fes.de/veranstaltungen/veranstaltungsdetail/290873. red

Interessierte Zeitzeugen melden sich unter info@rohnstock-biografien.de