Das neue Jahr rückt in greifbare Nähe und wie jedes Jahr, mehren sich auch dieses Mal kritische Stimmen. Braucht es ein flächendeckendes Böllerverbot oder gehört das Knallen an Silvester mit zur Tradition? Die einen können es kaum erwarten, den Nachthimmel mit Raketen zum Leuchten zu bringen. Andere würden private Silvesterfeuerwerke am liebsten verbieten.

Umweltbelastung und Tierwohl stehen bei Feuerwerks-Gegnern im Vordergrund

So unterschiedlich die Ansichten, so unterschiedlich sind auch die Reaktionen, die unsere Redaktion zu der Debatte erreicht haben. Auf Facebook etwa schreibt eine Nutzerin: „Diese blödsinnige ,Tradition‘ gehört endlich abgeschafft. Wir sollten alle froh sein, dass bei uns keine Raketen und Bomben fliegen. Die Erde und Tiere würden es uns danken“. Und auch eine andere Leserin findet: „Für unsere Tiere sollten wir verzichten!“.

Auch interessant

Die Sorgen um Tiere und die Umweltbelastung durch Feinstaub gehören zu den häufigsten Argumenten der Gegner von Pyrotechnik. Laut Umweltbundesamt (UBA) gibt es an Neujahr kurz nach Mitternacht die höchsten Feinstaubkonzentrationen eines Jahres: Bis zu 1000 Mikrogramm Feinstaub pro Kubikmeter werden in der Luft gemessen. Wegen der hohen Feinstaubbelastung und der „schädlichen Auswirkungen auf Wildtiere“ fordert etwa der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) ein Verbot von privatem Silvesterfeuerwerk.

Auch interessant

Tradition und Handel sind wichtige Argumente für Befürworter

Andere wiederum verweisen auf die Tradition. Für einen guten Jahresabschluss gehört das einfach dazu, findet ein Leser: „Das Alte mit guten Rums abschließen und das Neue kraftvoll beginnen“, fügt er noch hinzu. Befürworter des Feuerwerks sehen im Zünden von Pyrotechnik ein wichtiges Ritual, das Menschen verbindet, eine festliche Atmosphäre schafft und zur Kultur des Jahreswechsels gehört.

Jeden 2. Sonntag

Ein FUNKE Liebe

Alle zwei Wochen sonntags: Antworten auf Beziehungsfragen – ehrlich, nah und alltagstauglich.

Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.

Neben der Tradition verweisen Befürworter auch auf den Handel. Zum vergangenen Jahreswechsel machte der Handel mit Feuerwerk den höchsten Umsatz seit Beginn des Jahrhunderts: 180 Millionen Euro gaben die Menschen in Deutschland laut dem Verband der pyrotechnischen Industrie für Böller, Raketen und Batterien aus. Die Zahlen sprechen für sich: Viele Leute lieben es, das neue Jahr laut und bunt zu begrüßen.

Auch interessant

Mehrere Körperverletzungen, Sachbeschädigung und Brände

Eine Nutzerin spricht sich für ein Verbot aus und verweist auf die Berichte der Polizei in den vergangenen Jahren. In der Nacht zum 1. Januar 2024 registrierte die Thüringer Polizei etwa 25 Körperverletzungsdelikte, 11 Sachbeschädigungen, 68 Verstöße im Gebrauch mit Pyrotechnik, 69 Brände und 13 Verkehrsdelikte.

Auch interessant

Um die Verletzungs- und Brandgefahr zu minimieren, haben einige Thüringer Kommunen erneut Böllerverbotszonen eingerichtet. Bei Verstößen gegen die Böllerverbote drohen hohe Strafen. Ein generelles Böllerverbot gibt es in Thüringen allerdings nicht.

Viele der Nutzer stehen der Debatte gelassener gegenüber. „Das soll jeder machen wie er will“, sagt eine Leserin und: „Jedes Jahr die selbe dämliche Diskussion“.

Auch interessant

Aktuelle Nachrichten aus Thüringen