Als Charles 2022 nach dem Tod seiner Mutter Königin Elizabeth II. den Thron bestieg, war klar, dass er vor allem eine Übergangsrolle einnehmen würde. Schließlich war er mit 73 Jahren zum Zeitpunkt der Thronbesteigung älter als jeder britische Monarch vor ihm. Seine Aufgabe: Dafür sorgen, dass er seinem beim Volk beliebten Sohn William eine intakte Institution übergeben kann, wenn er ihm eines Tages in das Amt des Staatsoberhaupts folgt.
Andrew hat den Ruf des Königshauses immens beschädigt
Daher überrascht die Schonungslosigkeit nicht, mit der König Charles nun seinen in Ungnade gefallenen Bruder Andrew aus der Institution entfernt hat, Rauswurf aus seiner 30-Zimmer-Residenz inklusive. Schließlich ist die Monarchie wie keine andere britische Institution auf das Einverständnis der Öffentlichkeit angewiesen, um zu überleben. Die immer neuen Vorwürfe, allen voran jene im Zusammenhang mit Andrews Freundschaft zum Sexualstraftäter Jeffrey Epstein (die Andrew bestreitet), haben den Ruf des Königshauses immens beschädigt.
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Abhaken kann der Buckingham-Palast das Thema jedoch nicht. Die Forderungen nach mehr Transparenz, etwa in in finanziellen oder rechtlichen Fragen, die nun verstärkt laut werden, verdienen Gehör. Die Geheimniskrämerei und das stoische Schweigen, die das öffentliche Auftreten der Royals lange geprägt haben, passen nicht in eine moderne Gesellschaft des 21. Jahrhunderts.

„Veränderung steht auf meiner Agenda – Veränderung zum Guten“, sagte Prinz William kürzlich dem Schauspieler Eugene Levy in einem Interview für seine Apple TV-Serie „The Reluctant Traveler“. Wenn er König wird, wolle er „Dinge mehr hinterfragen“, fügte er hinzu. Sein Vater Charles sollte ihn beim Wort nehmen – und seinen Bruder davon überzeugen, den Epstein-Ermittlern alles zu erzählen, was er weiß. Es wäre ein Anfang.




