- Vor einer Woche hat sich Thomas Gottschalk mit „Denn sie wissen nicht, was passiert“ aus dem TV verabschiedet
- In der Show ging er zunächst unter, es drohte ein Debakel zu werden
- Doch am Ende sorgte Kollege Günther Jauch für einen Abgang mit Klasse
Der große Gottschalk-Rumms kommt wie aus dem Nichts: Zuschauer seiner großen RTL-Abschiedsshow mussten sich am Samstag, 6. Dezember, schon Sorgen machen, dass die Show-Legende in den illustren Blödeleien von Schöneberger, Jauch & Co. untergehen würde. Gottschalk sagte die ersten zwei Stunden kaum ein Wort, hielt sich zeitweise am Moderationspult fest. Konnte es sein, dass sich der Entertainer meiner Jugend unwohl fühlte – gar unsicher war?

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Natürlich prägte Gottschalk die Abende all jener Familien, bei denen am Samstag zur Prime-Time der Fernseher lief. Auch ich musste meine Großeltern das eine oder andere Mal überreden, die Röhre länger anzulassen. Glorreich-schillernd war das Bild eben jenes Mannes, der für die gute Laune in deutschen Wohnzimmern sorgte.
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Doch sein Image nahm mit seinem Comeback heftigen Schaden: Ein verdatterter alter Mann, der seinen Chauvinismus schon weit vor Bekanntwerden seiner Krebserkrankung auf der Bühne zur Schau stellte. Unvergessen bleibt sein Abschiedssatz bei der letzten „Wetten dass.. ?“ Show: „Inzwischen rede ich zu Hause anders als im Fernsehen – und das ist auch keine dolle Entwicklung“, so der Entertainer damals. Kurz zuvor hatte er sich über die Opern-Vorliebe von Rapperin Shirin David gewundert, was Krach vor laufender Kamera auslöste.
Gottschalk hätte früher abtreten sollen – doch dieser Abschied hat Klasse
Dass Gottschalk schon viel früher von der Bühne hätte abtreten müssen, liegt auf der Hand. Doch die ersten Stunden der RTL-Abschieds-Show deuteten ein Desaster an: Der Abend ging sofort in den regulären Spielbetrieb über, der Gottschalk sichtlich überforderte. Zwischen einem Auto, das sich überschlägt, und einem Teilnehmer, der die Bundesrepublik mit GER statt BRD abkürzte, fand der Entertainer keinen Platz – erst recht keinen ehrwürdigen Abschied.
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Das sollte sich aber schlagartig ändern, als er plötzlich Günther Jauch gegenüber saß. Der Moderator schaffte es, dass beim 75-Jährigen endlich die Fassade fiel. Gottschalk sprach über seine Karriere, seine Krebserkrankung und sein plötzliches TV-Ende. In typischer Manier konnte er sich den einen oder anderen Gag nicht verkneifen.
Doch das Gespräch prägte vor allem eines: Ehrlichkeit. Gottschalk zeigte sich verletzlich, versöhnlich – und seit langem mal wieder von der sympathischen Seite. Am Ende hatte er es also doch noch geschafft: ein Abschied mit Klasse.





