Obwohl Finn (8) gern spannende Bücher liest und Samuel (7) gern mit Plüschtieren kuschelt, haben die beiden aufgeweckten Jungs aus der Wohngruppe Oberheldrungen des Novalis Diakonievereins ganz praktische Weihnachtswünsche: einen neuen Teppich, Gardinen, Bettwäsche und Matratzen. „Die Brüder leiden an einer ausgeprägten Hausstauballergie“, erklärt Einrichtungsleiterin Rena Boldt. „Sie sind ständig verschnupft, haben tränende Augen und Asthma-Anfälle. Manchmal ist es so schlimm, dass in der Schule niemand neben ihnen sitzen möchte.“

Thüringen hilft
Finn ist ein richtiger Entdecker. Er liest viel und verblüfft sogar viele Erwachsene mit seinem Wissen.© Funke Medien Thüringen | Ingo Glase

Doch die Investitionskosten des Amtes reichen für diese Wünsche nicht – „von dem Geld müssen alle Reparaturen, die anfallen, bezahlt werden“, erklärt Karina Krausholz vom Novalis Diakonieverein. „Aber bei neun Kindern mit schwieriger Biografie geht eben schneller etwas kaputt als zu Hause.“ Deshalb will „Thüringen hilft“ die allergiegerechte Renovierung der beiden Zimmer mit 5000 Euro unterstützen.

Brüder aus Sachsen finden in Thüringer Wohngruppe neues Zuhause

Seit drei Jahren leben Finn und Samuel in der Wohngruppe. Ihre Eltern wohnen in Sachsen, sind aber mit der Erziehung der Kinder überfordert. Länger als gewöhnlich haben die Brüder in einer Inobhutnahmestelle gelebt, weil keine Einrichtung sie gemeinsam aufnehmen konnte – oder wollte. So wurde der Radius der angefragten Heime und Wohngruppen immer größer – letztlich kamen Finn und Samuel nach Thüringen. Und sie brauchen viel Aufmerksamkeit, Wärme und Zuneigung, vor allem Samuel. „Während Finn alles liest, was er in die Finger bekommt und dadurch unwahrscheinlich viel weiß und damit selbst Erwachsene oft verblüfft, kann Samuel kaum sprechen“, so Rena Boldt. „Als er zu uns kam, konnte er nur englische Wörter, die er sich vermutlich aus englischsprachigen Trickfilmen abgeschaut hat.“

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Rena Boldt, Einrichtungsleiterin der Wohngruppe Oberheldrungen, und Karina Krausholz vom Novalis Diakonieverein kümmern sich liebevoll um Finn (links) und Samuel.© Funke Medien Thüringen | Ingo Glase

Aufgrund der engen Beziehung der Brüder und ihrer Lebensgeschichte werden sie wohl noch lange gemeinsam in der Wohngruppe bleiben. Zwar sei die Rückführung in die Familien das große Ziel für alle Kinder, aber für Finn und Samuel scheint dieser Weg nicht möglich. Umso wichtiger ist es, dass sie sich in ihrem neuen Zuhause in Oberheldrungen geborgen fühlen. Allergiefreie Kinderzimmer sind daher das größte Weihnachtsgeschenk. Damit sie auch in der Schule künftig nicht mehr allein auf der Bank sitzen müssen.

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Empfänger: Diakonie Mitteldeutschland
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