Florida steht für Strand, Palmen und warme Nächte. Derzeit zeigt der „Sunshine State“ jedoch eine ungewohnte Seite: In mehreren Regionen fielen die Temperaturen nachts örtlich unter den Gefrierpunkt. Mit dem Frost trat ein Phänomen auf, das außerhalb Floridas fast absurd klingt: Leguane fallen von den Bäumen. Mehrere US-Medien berichten, dass zehntausende Tiere dabei bewegungsunfähig zu Boden gestürzt seien.

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Sogar der örtliche Wetterdienst sah sich veranlasst, die Menschen in Zentral- und Südflorida vor „herabfallenden Leguanen“ zu warnen. Und als wäre das nicht schon irritierend genug, werden die Bewohner dort aufgerufen, die reglosen Tiere einzusammeln und abzugeben.

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Leguane in Florida: Warum die Tiere bei Kälte von den Bäumen fallen

Der Effekt hat eine simple Ursache: Leguane sind wechselwarm. Sie können ihre Körpertemperatur nicht selbst konstant halten wie Säugetiere, sondern sind auf die Umgebung angewiesen. Wird es zu kalt, fährt der Körper herunter. Ein Mitarbeiter des Zoos in Miami erklärte bereits 2022 in einem Interview mit „CBS News Miami“, die Tiere würden bei Temperaturen unter zehn Grad zunehmend träge. Bei vier bis fünf Grad Celsius werden die Tiere demnach reglos, der Herzschlag verlangsamt sich, und sie „frieren regelrecht ein“.

Dieser Zustand heißt in der Fachsprache „Torpor“, auf Deutsch lässt sich das als Kältestarre beschreiben. Die Leguane sind also nicht tot, sondern nur vorübergehend bewegungsunfähig. Weil sie in Florida häufig auf Bäumen ruhen, verlieren sie in diesem Zustand den Halt. Sie rutschen aus den Ästen und stürzen zu Boden – in Parks, Vorgärten, manchmal auch auf Straßen.

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Kälteeinbruch in Florida: FWC ordnet Leguan-Sammelaktion per Executive Order an

Die ungewöhnliche Wetterlage blieb nicht ohne Konsequenzen. Die Florida Fish and Wildlife Conservation Commission (FWC) reagierte mit einem Schritt, der selbst in einem Bundesstaat mit routinierter Wildtierverwaltung heraussticht: Am 30. Januar erließ die Behörde erstmals in ihrer 26-jährigen Geschichte eine Executive Order. Damit schuf sie ein offizielles, zeitlich begrenztes Verfahren, in dem die Öffentlichkeit reglos gewordene grüne Leguane einsammeln und abgeben durfte.

Die Ausnahme war strikt befristet. Nur an zwei Tagen – am 1. und 2. Februar – war es erlaubt, kältebetäubte Tiere legal einzusammeln, und zwar auf dem eigenen Grundstück oder mit Zustimmung des Eigentümers. Anschließend sollten die Leguane ohne Umwege zu einer von fünf ausgewiesenen FWC-Dienststellen gebracht werden. Dort, so heißt es in der Anordnung, sollten sie „tierschutzgerecht entsorgt“ werden.

News aus den USA

Grüne Leguane in Florida: Warum die invasive Art jetzt konsequent bekämpft wird

Warum also diese Konsequenz? Grüne Leguane sind in Florida nicht heimisch und gelten laut der FWC als invasive Art. Sie konkurrieren mit heimischen Arten um Nahrung und graben sich in Böschungen und Grundstücke ein, besonders entlang von Kanälen. Das kann Uferbereiche unterhöhlen und Infrastruktur beschädigen. Von Beständen im Millionenbereich ist seit Jahren die Rede. Viele der heutigen Leguane stammen laut „The Times“ von Tieren ab, die früher als exotische Haustiere gehalten wurden – und dann entweder entkamen oder bewusst ausgesetzt wurden.

Rechtlich sind grüne Leguane in Florida nicht geschützt, abgesehen von den allgemeinen Tierschutzregeln gegen Grausamkeit; sie können „auf humane Weise“ getötet werden. Gleichzeitig ist der Umgang mit ihnen normalerweise streng geregelt: Schon der Besitz, auch nur für den Transport, erfordert in der Regel eine Genehmigung. Genau diese Hürde setzte die zweitägige Sonderregel faktisch außer Kraft – und machte den Kälteeinbruch aus Sicht der Behörden zu einer seltenen Gelegenheit, den Bestand kurzfristig zu verringern.

Leguan einsammeln in Florida: Transportregeln und Warnung der Behörde

Damit die Aktion nicht im Durcheinander endet, gab die Behörde genaue Regeln vor. Die Leguane sollten in einem „sicheren, ausbruchsicheren Stoffbeutel oder Sack“ transportiert werden; dieser müsse wiederum in einem zweiten, verschlossenen Behälter stecken. Vor allem aber warnte die FWC davor, die reglosen Tiere aus Mitleid ins Haus zu holen und aufzuwärmen.

In einer Mitteilung betont die Behörde, Leguane könnten sich schneller aus der Kältestarre erholen, als man erwarte. Und sobald sie wieder zu sich kommen, könnten sie sich wehren – „mit langen peitschenden Schwänzen sowie scharfen Zähnen und Krallen“. Anders gesagt: Was eben noch wie ein harmloses, „eingefrorenes“ Tier wirkt, kann Minuten später sehr lebendig sein.