In seiner Kolumne schaut Funke-Reporter Ingo Glase regelmäßig in Thüringer Töpfe. Manchmal schaut er auch über den heimischen Tellerrand hinaus in neue Kochbücher.

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Früher haben Köche ihre Kochbücher meist auf den Gipfeln ihrer Karrieren herausgebracht, nachdem sie ganz unten angefangen und dann genügend Erfahrung, Ruhm und vor allem Ideen gesammelt hatten, die sie weitergeben wollten.
Hanna Reder, in Lübeck geboren und in einem Dorf in Mecklenburg-Vorpommern aufgewachsen, hat gleich ganz oben angefangen, in den Berliner Sterne-Restaurants „Vau“ und „Richard“. Und hat vor kurzem ihr erstes Kochbuch „Was kocht Hanna“ vorgelegt. Mit 33. Das ist heute zwar nicht mehr ganz ungewöhnlich, aber die etwa 80 Rezepte sind alles andere als gewöhnlich, auch wenn Klassiker wie „Kartoffeln und Quark“ darunter sind. Der Quark wird dabei aber durch Sahnejoghurt oder Schmand schön cremig, abgeriebene Zitronenschale verleiht dem Kindheitsgericht eine neue, spritzig-leichte Note. Auch den „Mecklenburger Rippenbraten“ ihrer Oma hat sie aufgepeppt und serviert ihn mit knackigem Ofengemüse statt dem typischen Rotkraut.

Sortiert nach Jahreszeiten und total unkompliziert wird in den Rezepten genau das verarbeitet, was gerade Saison hat. Im Frühling etwa zu einer vegetarischen Okroshka, einer erfrischenden, kalten Suppe aus Kartoffeln, Gurke, Radieschen, Eiern, Dill, Senf und Buttermilch, „schmeckt wie flüssiger Kartoffelsalat“, meint Hanna Reder.
Weitere Rezept-Ideen
Im Herbst gibt es Birne-Bohne-Speck aus mit Ingwer geschmorten Obst-Würfelchen, die mit Zucker und Essig zu einem Chutney eingekocht werden. Dazu gibt es ein Cassoulet (eine Art Eintopf) aus breiten grünen und weißen Bohnen und knusprig gebratenem Speck.

Und danach gibt es eine Waldmeister-Panna-Cotta mit Blaubeersauce. Also, da darf man sich jetzt schon auf das Kochbuch vom Höhepunkt ihrer Karriere freuen. Lange darauf warten muss man sicher nicht.
„Was kocht Hanna“. 192 Seiten aus dem ZS-Verlag für 27,90 Euro.








