Reinhold Messner (81) ist eine lebende Legende, der wohl berühmteste Bergsteiger der Welt. Er hat alle großen Gipfel der Erde bezwungen, oft auf neuen Routen oder ohne zusätzlichen Sauerstoff, hat die Antarktis, Grönland und die Wüste Gobi durchquert. „Mittlerweile bin ich als Erzähler unterwegs, nicht mehr als Bergsteiger“ so Reinhold Messner. „Ich teile meine Erfahrungen eines Abenteurerlebens mit meinen Zuhörern.“ Doch auch dabei hilft ihm seine Bergsteiger-Erfahrung: „Ich rede zwei Stunden lang, mit vielen Namen, vielen Daten. Dafür muss ich hochkonzentriert sein, wie beim Felsklettern. Wenn ich nicht runterfallen will, muss ich mich konzentrieren. Denn es geht beim Klettern nicht nur um Kraft, Können, Geschicklichkeit und Erfahrung, sondern auch um Konzentration.“
Zwei Vorträge in Thüringen
Am 29. März (20 Uhr) erzählt er in der Wiedigsburghalle Nordhausen „Über Leben“, am 1. April (19.30 Uhr) im Parksaal des Erfurt Steigerwaldstadions vom Nanga Parbat. „Ich nutze bei meinen Vorträgen einen Trick: Ich werfe mich während des Erzählens in die jeweilige Situation. Ich bin dann nicht auf der Bühne, sondern in einer schwierigen Passage an einer Dolomitenwand und sehe das alles vor mir, erlebe das nochmal.“

Seit Jahrzehnten ist Messner zudem ein leidenschaftlicher Naturschützer und kritisiert den sorglosen Umgang: „Die Natur ist an einigen Stellen gefährlicher geworden, an anderen harmloser. Aber die Natur ist ja nur da, sie ist absichtslos. Wir machen alle den großen Fehler, dass wir die Natur verantwortlich machen für das, was uns Menschen auf dieser Erde behindert. Das ist aber nicht so. Die Unfälle in der Natur sind allein vom Menschen zu verantworten.“
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Was an den großen Bergen, vor allem am Everest passiere, sei reiner Tourismus. „Da wird der Berg in Seile und Ketten gelegt. Das ist kein Berg mehr, das ist eine Attraktion. Den Everest kann man buchen wie eine Pauschalreise. Aber man kann Abenteuer nicht kaufen“, warnt Messner.
Tipps für junge Bergsteiger
Den Indoor-Trend beim Felsklettern begeistert ihn: „Das ist ein toller Sport, der viel Zulauf hat. 90 Prozent aller Kletterer klettern nur in der Halle. Das ist gut so, sie belasten die Natur nicht, verletzen sich weniger.“ Jungen Bergsteigern rät er: „In der Halle anfangen und lernen. Und erkennen, dass die Auseinandersetzung zwischen Menschen, Natur und Berg der Schlüssel für die Faszination des Bergsteigens ist. Das kann man aber nur langsam, in kleinen Schritten. In Sieben-Meilen-Stiefeln ist der Fehltritt schnell gemacht. Vor allem, wenn man aus der Stadt kommt.“

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