Meine Großmutter väterlicherseits kenne ich nur durch ein bräunliches Sepia-Foto. Ihr Charakter und ihre Güte erreichten mich nur in meiner Vorstellung beim Betrachten des Bildes. Mein Großvater Paul ging von der Welt, als ich fünf Jahre alt war. Gern aß ich mit ihm Leipziger Allerlei, eine Suppe, die er für uns kochte, und er brachte mir Alpenbrot aus dem Dorfladen mit.

Jeden 2. Sonntag

Ein FUNKE Liebe

Alle zwei Wochen sonntags: Antworten auf Beziehungsfragen – ehrlich, nah und alltagstauglich.

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Meine beiden Urgroßeltern verschwammen in meinen Fantasiewelten - unendlich weit weg war für mich ihr Leben, fernab ihrer gewünschten Nähe. Das war der Antrieb, eine Zeit lang Ahnenforschung zu betreiben. Ich habe sie aufgegeben, weil sie immer abstrakter wurde, je weiter ich in die Vergangenheit vordrang. Mit dem Namen Hans Adam Hörselmann in einem Kirchenbuchregister um das Jahr 1745 gab ich mich letztendlich zufrieden.

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Ich wende mich seither mehr der Gegenwart und Zukunft zu, wo ich mich heimischer fühle, wo mir junges familiäres Leben zu eigen wird, mich aufheitert und glücklicher macht. Wir harrten auf die Geburt unseres Urenkels, zu lang wurde uns manchmal die Zeit. Dann nahm er uns die Anspannung, er war da, wohlauf mit seiner Mutter und in der Obhut medizinischer Betreuung.

Aus unserem bisherigen Großelterndasein wurde nun die Urgroßeltern-Zeit mit dem Hinweis, den uns die Vorsilbe „Ur“ unmissverständlich gibt. Wieder einmal haben wir den Staffelstab unseres Lebens durch unsere Enkelin in kindlich-frisches Leben weitergegeben. Noch ist die Wesensart unseres Urenkels ein gehütetes Geheimnis, doch sein zartes Aussehen lässt erste vage Deutungen im Überschwang der Gefühle zu. Und immer sind Hoffnung und Zuversicht für ein gesundes, erfülltes und friedliches Leben dabei. Wie weit seine späteren Erinnerungen an uns zurückgehen werden - wer kann das schon wissen.